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Es ist 2019 und ein YouTuber mit blauen Haaren gibt per Videostreaming eine Bundespressekonferenz. Zusammen mit einer anderen YouTuberin und einem Podcaster. Und ich finde das alles sehr erfrischend, sehr ehrlich, sehr zeitgemäß (sogar die Internetverbindung hält mal), sehr informativ, überhaupt sehr gut und sehr unterhaltsam. Endlich mal Realtalk in 'ner offiziellen BPK.
Schade allerdings, dass es leider ausschließlich um den leicht beleidigt und eifersüchtig wirkenden Journalismus ging, den Rezo trotz Kopfschmerzen einwandfrei wegkontert. Funfact: inzwischen ist er selber Journalist und hat eine Kolumne in der ZEIT, was ein bisschen zeigt, wie banal diese ganze Diskussion darum ist, wo jemand letztlich seinen Senf abliefert, wenn der Senf einfach gut produziert ist und idealerweise ein bisschen scharf schmeckt (Ja lol ey).
Geiler wäre noch gewesen, man hätte über die eigentlich angesprochenen Inhalte des 16Mio-fach geklickten Zerstörtungsvideos geredet, um die es ja letztlich gehen sollte. Ansonsten bitte mehr von diesem jungen Spirit und dem endlich mal nicht drumherumlabern (oder lasst einfach den Aufwachen-Podcast von Stefan & Tilo auf die Bühne ;o).


Dieser Moment, wenn Politiker fordern, dass Kinder lieber mal die Klappe halten und alles Profis überlassen sollen und die Profis dann fordern, dass Politiker verdammt nochmal das machen sollen, was die Kinder ihnen sagen:
Mittlerweile unterstützen mehr als 14.000 Wissenschaftler die Protest-Bewegung der Kids, am Freitag demonstrieren alle zusammen und zu den FridaysForFuture kommen nun auch Scientists4Future dazu. Eine öffentliche Stellungnahme gab's auch in einer 45-minütigen Bundespressekonferenz. Und ich sag's mal so: Dem Kapitalismus wird nicht unbedingt gefallen, was sie sagen. Mir gefällt wiederum genau das.

Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Er­halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.
Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von „Fridays for Future/Klimastreik“ erreichen. Ihnen gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung. (scientists4future)