Wie im Paradies: Eine autofreie Stadt in Spanien | „Bei uns ist der Fußgänger König.“

Bewohner sprechen von einem "Paradies". Besucher wie der Journalist Stephen Burgen vom britischen "Guardian" stellen verwundert fest, dass die Menschen in der galicischen Stadt auf den Straßen "nicht schreien" (müssen), dass ungewöhnlich viel miteinander geredet und gelacht wird und dass man "das Zwitschern der Vögel inmitten der Kamelien" und "das Klirren der Löffel in den Kaffeetassen" hört. (watson)

Von der autofreien Zonen in Barcelona habe ich euch ja hier schon erzählt, in Spanien gibt es aber auch eine ganze Stadt ohne Autos (zumindest in der Altstadt): Pontevedra. Dort kommen die Menschen im Stadtkern schon seit 1999 fast komplett ohne Karre aus. Mit Hilfe eines überall geltenden Tempo-30-Limits, 15.000 Parkplätzen am Stadtrand und nur für 15 Minuten mögliche Parkplätze im Zentrum.
"Bei uns ist der Fußgänger König.", meint der Bürgermeister der 83.000 Einwohner großen Provinzhauptstadt im Nordwesten des Landes. Und ich bin sowohl neidisch als auch ein bisschen traurig, weil ich in Autoschland wohne und das hier leider nur schwer vorstellbar ist (aber Flugtaxis lol). Dabei liefern die Ergebnisse vom "Paradies" mehr Wohlstand als jeder SUV:

- Rückgang der CO2-Emissionen um 67%
- Kein Verkehrstoter in verkehrsberuhigten Stadtbereichen mehr (in der ganzen Stadt ca. 4 pro Jahr)
- 71% aller Fortbewegungen zu Fuß oder mit dem Rad
- Zahl der Fahrzeuge in der Innenstadt von 80 000 auf 7000 gesunken


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3 Kommentare

  1. Reyde Lanada

    Den Zahn muss ich euch leider ziehen.
    Habe 8 Monate da verbracht, von Dezember letzten Jahres an.
    Klar, es gibt da weniger Autos als in Hamburg, Berlin, dem Ruhrpott usw usf.
    Pontevedra ist aber auch um einiges kleiner und im Größenvergleich gibt es da auch Karren ohne Ende.
    Was auch daran liegt, das der ÖPNV eher schlecht ausgebaut ist.
    Man kann auch Fahrräder oder Hunde nicht mitnehmen.
    Der Lorres (Bürgermeister von PTV) hat einen guten Grundstein gelegt, das ist fraglos. Bis das alles richtig funktioniert, bedarf es aber noch einer Menge.

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    1. TausendSascha

      Anscheinend beschränkt sich das doch mehr auf's Stadtzentrum bisher. Schade, aber kann ja noch werden. Trotzdem danke für den Live-Bericht. 😉

      Bei Wikipedia steht es übrigens so:
      "In 1999, Pontevedra pedestrianized its 300,000 square meter medieval center by banning all but the essential automobile traffic. Pontevedra's car free center helped transform it into one of the most accessible cities, leading to awards for its urban quality."

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  2. ash

    traumhaft. wäre wirklich schön sowas hier bei uns umgesetzt zu sehen. ich kann diesen autolärm nicht mehr hören. kinder sind ständig am husten.

    und 4 verkehrstote im jahr haben mich etwas stutzig gemacht aber hier bei uns (etwas gleiche größe):

    "Es wurden 33 Menschen getötet, 700 schwer verletzt und 2.360 leicht verletzt." heisst es im polizeibericht zu 2016.,

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