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Trash-TV-Ikonen sind mir ja manchmal sympathischer als gewisse Tatort-Schauspieler von der großen Leinwand, die nuschelnd in eine Kamera schwurbeln und so tun, als wären sie plötzlich wirklich Dr. der Virologie. Dann doch lieber wissenschaftlich korrekte Impfluencer aus TeamRTL2.

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Verschwörungsdullis "wissen" aus verlässlichen Quellen wie z.B dem Telegram-Kanal eines Schlagersängers, dass alle Geimpften irgendwann im September sterben, können sich bisher aber nicht auf ein genaues Datum einigen. Das finde ich sehr blöd, weil ich erstens gern wissen würde, ob sich Wäsche waschen noch lohnt und zweitens nun ein bisschen Angst habe, gar nicht mitzubekommen, dass ich schon gestorben bin. Zum Glück kann man zumindest zweiteres heutzutage aber mit nur einem Klick herausfinden. Und nach so viel Pandemie habe ich mich über mein Ergebnis ja einfach mal ein bisschen gefreut. Thanks, Science.

Für mich bisher eindeutig die überzeugendste und realste Impfluencer-Taktik, wenn ihr mich fragt: Sogar die "bösen" Deutschrappers sind vernünftig.

"Gibt nicht viel was uns diese Regierung umsonst gibt, also gönnt euch."

Eigentlich klebe ich mir diese News hier nur wegen der Headline hin, die noch besser wäre, wenn es nicht Menschen da draußen geben würde, die bei medizinischen Fragen anscheinend eher auf irgendeinen Telegram-Dulli mit Aluhut aufm Kopf hören als auf jahrelang studierte Ärzte.
Aber vielleicht hilft es da ja, dass aktuell scheinbar die halbe Kulturbranche zum Impfen aufruft und das Heilmittel gegen dieses elendige Virus zumindest von Künstlern mal so beworben wurde, wie ich es mir bisher eigentlich die ganze Zeit schon gewünscht hätte (bisher wurde jedes scheiß Waschmittel im Fernsehen besser angepriesen). Mit prominenten Namen und guten Argumenten nämlich. So wie in dem Fall eben u.a. die Ärzte, die ihrem Doktortitel mit diesem Statement alle Ehre machen.

...weiterlesen "Die Ärzte empfehlen Impfungen"

 

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Mich hat damals der langweilige Grund, nicht zu sterben oder andere zu töten ja schon überzeugt, um mich impfen zu lassen. Aber wenn ich's noch nicht wäre, würde mich eine spritzige Party ja schon noch eher überzeugen als eine Bratwurst. Bin gespannt, wann es das erste kostenlose Impffestival mit Vaccinated Attitude und endless Freibier gibt, damit auch die letzten sich endlich dazu bereit erklären, Medizin gegen eine Krankheit zu nehmen, um eine 16-monatige Pandemie mit bisher 4,4 Millionen Toten zu beenden.

Ich weiß nicht, warum man überhaupt einen Anreiz für etwas braucht, das diese elendige Pandemiescheiße endlich zu beenden vermag. In den USA versucht man es mit Joints und einer Million Dollar. Anscheinend lässt sich ganz Deutschland aber erst impfen, wenn man eine Gratis-Bratwurst zum ebenfalls kostenlosen Schutz gegen ein tödliches Virus dazubekommt. Und wenn das offenbar schon hilft, warum schenken wir dann eigentlich nicht gleich das dazu, das wirklich jeden Ort innerhalb von 3 Sekunden voll macht: Freibier.

via

Zur Zeit wird ja tatsächlich wieder darüber geredet, wie man mehr "Anreize" für eine Impfung schaffen könnte - als wäre es nicht schon Anreiz genug, das genau diese Impfung gegen einen eventuell tödichen Virus und uns allen raus aus dieser scheiß Pandemie hilft. Und ich verstehe ehrlich gesagt bis heute nicht, warum in Deutschland eigentlich so verdammt wenig Werbung für so eine verdammt wichtige Sache gemacht wird. Immerhin müssen wir ja anscheinend mindestens die 85% knacken, damit die altbekannte Herdenimmunität überhaupt klappt (eigentlich müssen sich wirklich alle impfen, die es können, wenn man alle unter 12 und einige gesundheitliche Fälle rausrechnet).
Bisher ist das einzige, was ich jedenfalls gesehen habe nur ein paar Fotos von Uschi und Günther und irgendwas mit David Hasseloff. Und ich weiß ja auch, dass wir ein sehr altes Land - aber es soll ja in Deutschland auch Menschen geben, die noch nicht Ü50 sind. Mal abgesehen davon, dass man auch einfach mal ein bisschen kreativer sein könnte. Im Amiland hat man es bspw. relativ amitypisch mit Joints & 1-Million-Dollars probiert. Und Frankreich macht's sogar noch stilvoller - mit Sex sells & Solidarität:

Letztes Jahr im Frühling habe ich auf Instagram ziemlich viel Streetart gefunden, die wie alles auf der Welt natürlich auch von Corona eingefärbt war. Damals noch mit einer Mischung aus verzweifeltem Humor, panischer Angst und keinerlei Ahnung davon, wie lange die Scheiße noch gehen würde. Zwischendurch habe ich dann nicht mehr so viel entdeckt, vermutlich weil in den ganzen letzten Lockdownmonaten dann eben doch ein paar Milliarden Menschen weniger unterwegs waren, um davon überhaupt Fotos machen zu können.
Mittlerweile findet man aber wieder so einiges, was wortwörtlich ein bisschen Hoffnung versprüht. Und ich hoffe ja, dass die nächste Welle nicht aus Mutanten-Viren besteht, sondern aus neuen Graffiti, die die Leute jetzt nach der ganzen Zeit zuhause auf ihren Straßen finden, damit sich dieser Satz auch bewahrheitet: After the Plague came the Renaissance.

 

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...weiterlesen "Graffiti der Pandemie 2021: Renaissance"

Im Amiland sind sie mit dem Impfen schon so weit, dass fast nur noch die Kids und die Impfgegner übrig geblieben sind (was ich ein bisschen lustig finde, weil sich beide Gruppen wie Kleinkinder verhalten). In Ohio hat man sich jetzt deshalb einen kleinen Anreiz ausgedacht, um doch noch ein paar Querköpfe davon zu überzeugen, sich gegen eine tödliche Krankheit impfen zu lassen. Und ich weiß - wir sind da noch lange nicht - aber das könnten wir doch auch in Deutschland so oder so ähnlich machen:

Die Seite scheint noch ausgebaut zu werden bzw. gelegentlich etwas überlastet zu sein und ich weiß nicht, wie gut das funktioniert, aber hört sich unkompliziert und tatsächlich sinnvoll an. Mein Highlight auf der übrigens Non-Profit-Page findet ihr aber erst, wenn ihr ganz nach unten scrollt:


Die Impfkampagne aus Neu-NoCOVID-Seeland macht tatsächlich Lust und Laune darauf, sich eine Nadel in den Arm stechen zu lassen und genau so einen coolen Gemeinsam-packen-wir-das-Spot hätte ich mir ja eigentlich auch von deutschen Schauspielern gewünscht. Aber sowas geht hier natürlich nicht, weil Deutschland ja keine Insel ist.

"Do it for each other."