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Die Impfkampagne aus Neu-NoCOVID-Seeland macht tatsächlich Lust und Laune darauf, sich eine Nadel in den Arm stechen zu lassen und genau so einen coolen Gemeinsam-packen-wir-das-Spot hätte ich mir ja eigentlich auch von deutschen Schauspielern gewünscht. Aber sowas geht hier natürlich nicht, weil Deutschland ja keine Insel ist.

"Do it for each other."

Es geht scheinbar endlich voran, Leute. Deutschland hat die 1-Million-Impfdosis-Quote pro Tag geknackt und in den letzten zwei Tagen insgesamt 2.005.340 Oberarme gepikst. Der Impfstatus-Fortschritt ist damit innerhalb von 24 Stunden um 1% nach oben gehüpft.
Passend dazu ist mein neues Hobby gerade, Herzchen an die ganzen Impfselfies zu verteilen, die in den letzten Tagen immer häufiger im Netz aufploppen. Wenn wir das Tempo halten und nicht noch irgendein hässliches Mutantenvirus um die Ecke kommt, haben wir Pandemie bis zum Ende des Sommers komplett durchgespielt (eventuell auch schon früher).


In den USA sind sie beim Thema Corona ja schon ein bisschen weiter und so hat auch Jack Black bereits seinen so called "Shot" bekommen. Und ich habe keine Ahnung, welcher Stoff es genau war, aber seine "Impfreaktion" sieht doch recht positiv aus, wenn ihr mich fragt. Würde dasselbe nehmen (oder jeden anderen Impfstoff, mir eigentlich egal, solange er zugelassen ist).

In Deutschland besteht die Werbung für die Corona-Schutzimpfung u.a. aus einer 25Mio€ teuren Kampagne mit Günther Jauch und Uschi Glas. In den USA sind es u.a. geschenkte Donuts - und in einem Drugstore in Michigan bekommt man zum Impf-Shot nun sogar einen Gratis-Joint dazu, was mich jetzt erhlich gesagt ein bisschen mehr anspricht als Günther und Uschi.
Aber ich muss zu einem kleinen Piks gegen ein tödliches Virus auch nicht erst überzeugt werden. Ein bisschen neidisch bin ich allerdings dennoch darauf, dass die Amis uns nicht nur beim Impfen, sondern auch beim Thema Cannabis scheinbar weit voraus sind. Apropos voraus. Dieses Mal waren es nicht die Simpsons, sondern South Park, die ein Pandemic Special als Sonderangebot beim Dealer schon vorrausgesagt haben.


Der funky Entertainer in Unterhose aka Marc Rebillet hat endlich eine der Nadeln in den Arm bekommen, die uns alle aus der Scheiße ziehen sollen und feiert seinen Shot stilecht mit einem Funk-Tune voller explodierender Glücksgefühle. Und anscheinend wirkt der Moderna-Stoff etwas anders als AstraZeneca - denn so abgegangen bin ich nach meinem kleinen Pieks leider nicht.
Für mich bisher eindeutig die beste Werbung fürs Impfen, die ich je gesehen und gerade 3 mal hintereinander gehört habe, um dieses gut klingende Feuerwerk der guten Laune zu zelebrieren und mich mitzufreuen (gibt ja aktuell auch nicht so viel, worüber man sich sonst freuen könnte, da muss man das schon mal richtig auskosten).

This is the public health messaging the people need.

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Noch vor einem Jahr hätte ich gedacht, dass es die schwierigste und zeitaufwändigste Aufgabe wird, überhaupt einen Impfstoff zu erfinden. Stellt sich heraus, dass das eigentlich ziemlich easy und fix ging, wir aber komplett daran scheitern, das Zeug in alle Arme zu ballern, weil wir alles überbürokratisieren und uns vorher lieber totdiskutieren. Von den komplexen und wissenschaftlich schon lange nicht mehr verständlichen Corona-Regeln, für die man fast ein Studium brauch, um sie zu verstehen, ganz zu schweigen.
Inzwischen haben wir aber sogar beschlossen, unsere einzige Rettung aus der Pandemie aka das Impfen vorerst fast gänzlich zu stoppen, um noch mehr Formulare ausfüllen zu lassen und wahrscheinlich auch, um noch mehr unnötig müde machende Debatten zu führen. Und ich weiß nicht genau, ob wir jetzt an, mit oder durch unseren Bürokratie-Fetisch sterben, glaube aber, dass vor allem in einer Pandemie unkomplizierte und pragmatische Lösungen gefragt sind, weil man eben schnell sein muss.
Abgesehen davon waren die einzigen Infos, die ich zu den wohlgemerkt zugelassenen Impfungen wissen wollte, wie ich einen Termin dafür bekomme. Das wurde allerdings kaum bis gar nicht kommuniziert und musste ich selber auf doof rausfinden. Stattdessen weiß ich jetzt so gut wie alles andere darüber und fühle mich wie vor einem Urlaubsflug, bei dem mir erst jedes mögliche Flugzeugmodell vorgestellt, dann 1000 mal versichert wird, dass Fliegen sicher ist und ich am Ende zwar den Namen des Piloten vorher weiß, dafür aber keine Ahnung habe, wann und wo es denn losgeht.
Apropos fliegen. Das Thrombose-Risiko für Flüge ist ja weitaus höher als die 0,0004%-Quote bei AstraZeneca und trotzdem düsen selbst in einer Pandemie scheinbar alle nach Malle. Aber okay, man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, hat mein Mathelehrer früher immer gesagt. Gut, dann vergleichen wir doch impfen mit impfen und ich frage mal, ob ihr euch vor eurer letzten Impfung (Grippe, Tetanus, Masern whatever) auch stundenlang Talkshows über die verschiedenen Impfstoff-Hersteller angeguckt habt oder überhaupt deren Namen kennt? Nein? Ich nämlich auch nicht. Und jetzt hört endlich auf, alles unendlich oft durchzukauen und macht einfach mal, verdammte Scheiße. Sonst sitzen wir in 10 Jahren noch alle zuhause rum und es wird ein Never-Ending-Schimpfdesaster.

"So what happened to Germany’s famed organizational and logistical prowess? It would seem to have disappeared down a fax-line somewhere between Berlin and Brussels. [...]
In other words, any German who dies of COVID-19 because they didn’t get a vaccine on time can take solace in the knowledge that her data will be safe and secure in the ever after. [...]
What’s particularly striking to an outsider like me about Germany’s handling of the pandemic is the amount of energy the country puts into identifying and dissecting the problems, rather than resolving them." (politico.eu)


via

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Eigentlich poste ich hier ja ungern Bilder von mir, weil es hier gar nicht um mich gehen soll und ich auch kein Bock hab, mich als Influencer beschimpfen zu lassen. Ein Impfluencer bin ich aber in Zeiten wie diesen gerne, wenn das ein wenig Hoffnung gibt oder tatsächlich irgendwen dazu bringt, sich ebenfalls impfen zu lassen.
Bisher war's mir allerdings eher unangenehm, weil ich niemanden neidisch machen wollte und mir schon bewusst ist, dass ich dadurch gerade einen sehr priviligierten Status habe, den andere vielleicht genauso verdient hätten. Deshalb landet das Foto aus Demut auch mit einer Woche Verspätung hier.
Andererseits bin ich eben auch in der Risikogruppe, lag schon vor Corona wegen "kleinen" Erkältungen einige mal mit Luftnot und Lungenentzündung im Krankenhaus und bin gleichzeitig jeden Tag auf Hilfe bzw. Kontakten zu meinen Assistenten angewiesen, weshalb ich mich nach der Impfung jetzt auch gefühlt habe wie so ein Heroinjunkie, der nach einer Nadel im Arm endlich mal wieder ein bisschen entspannen kann.
Geimpft wurde ich allerdings nicht deswegen, sondern weil ich nebenbei für ein Sanitätshaus jobbe, das u.a. Leute wie mich versorgt, die größtenteils eben noch keine Impftermine bekommen haben (anscheinend haben Risikogruppen außerhalb von Pflegeheimen in D-Land nur eine Daseinsberechtigung, wenn sie arbeiten, was ich ehrlich gesagt ziemlich eklig, aber auch typisch doitsch finde). Und da dieses Sani-Haus in Brandenburg sitzt und wir bürokratisch offenbar selbst eine Pandemie verkomplizieren, musste ich für einen kleinen Pieks auch über 700km am Tag zurücklegen, um zu meinem langersehnten Glück zu kommen.
Und ja, ich weiß, der volle Schutz ist erst nach der zweiten Spritze da und wahrscheinlich mutiert dieses Drecksvirus sowieso nochmal so, dass wir alle noch mindestens einen zweiten Impfstoff irgendwann brauchen werden (vielleicht ist das auch jetzt schon so, seufz).
Ich bin dennoch irgendwie froh, weil ich das erste Mal seit einem Jahr das Gefühl habe, dass irgendwas passiert und es zumindest in kleinen Schritten zurück zur berühmtberüchtigten Normalität geht, die es so wie damals™ eventuell aber auch eh gar nicht mehr geben wird, weil sie vermutlich nur noch ein nostalgisches Konstrukt ist. Naja. Gerade habe ich aber einfach mal wieder Lust, etwas optimistisch zu sein in dieser permanenten Weltuntergangsstimmung und möchte gar nicht daran denken.
Nebenwirkungen, die ja eigentlich eine ganz normale Immunreaktion des eigenen Körpers und im Grunde gut sind, hatte ich bis auf ein wenig Druck im Arm und ein Mini-Fieber-Feeling für einen Tag übrigens nicht. Im Gegensatz zu manchen Verschwörungs-Manfreds und Aluhut-Attilas, für die ein kleines Stück Stoff vorm Gesicht und ein kurzer Pieks in den Arm offenbar einfach zu krass für ihre muskelbepackten Körper sind, habe ich als schwerbehinderter E-Rollifahrer mit Muskelschwäche und 50%igem Lungenvolumen nämlich weder mit Masken noch mit Impfungen Probleme, ihr Weicheier (falls ihr Menschen mit Behinderungen nochmal als schwächste Mitglieder in der Gesellschaft bezeichnen wollt, denkt daran).
Und jetzt hoffe ich ja sehr, dass ihr in dem ganzen Chaos auch so schnell wie möglich euren heißbegehrten Termin kriegt, damit wir alle auf ein Level kommen und diese verfickte Pandemie möglichst bald endgültig beenden bzw. dieses scheiß Virus fertig machen können. Es wird echt Zeit.

"Mit 191 km/h bolzte der rasante Senior über die Strecke, auf der maximal 110 km/h erlaubt sind. Als die Polizeibeamten ihn nahe des Ortes Bischoffsheim schließlich anhielten, begründete der 88-Jährige die massive Geschwindigkeitsübertretung damit, er würde sonst zu spät zu seinem Corona-Impftermin kommen." (Quelle)

Das ist die Einstellung, die mir in Deutschland noch fehlt. Mit Highspeed und volle Karacho aus Lockdown-Town rasen und den schnellstmöglichen Impftermin abstauben. Aber wahrscheinlich würde die ganze Impfgeschichte in good ol' Gemany eh nur am Fließband laufen, wenn Autos und nicht Menschen gespritzt werden müssten.
So oder so hab' ich nach etlichen Stunden in der Leitung jetzt jedenfalls tatsächlich einen Termin ergattern können (allerdings nicht, weil ich Risikogroppe und auf Pflegekontakte angewiesen bin, sondern weil ich nebenbei in einem Sanitätshaus arbeite, was irgendwie auch schon wieder deutsch ist, weil ich nun deswegen nach Berlin muss, wo ich natürlich genau so schnell hinfahre wie dieser Rentner). Deshalb darf ich nun am Montag auch mal ganz schnell los, um mir den guten Juice injezieren zu lassen.
Und vielleicht werde ich dann ja auch zum Impfluencer und zeige euch ein Foto von meinem sexy gestochenem Oberarm. Vielleicht bin ich dann aber auch zu beschäftigt damit, mir den Microsoft Flugsimulator irgendwie auf meinen neuen Bill-Gates-Mikrochip zu installieren oder habe schlicht keine Lust auf Arm-Selfies. Mal schauen.

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Wie läuft es in so einem Impfzentrum eigentlich ab, wenn man denn mal einen von den hochbegehrten Terminen bekommt? Nun, in Norddeutschland scheinbar auch mal so wie in diesem Video, das euch sozusagen aus erster Quelle berichtet. Inklusive Hamburger Schnacker-Attitüde. Ja Moin.

Kübi und ich wurden - am ersten Tag der "Rettungsdienst-Impfoffensive" am 10.02.2021 in Hamburg - als eine der ersten Kollegen, mit dem Impfstoff Astra Zeneca gegen das CORONA Virus geimpft.

 

Zur Zeit wird ja viel darüber diskutiert, ob die ersten Geimpften nun wieder Dinge tun dürfen, die wir alle seit fast einem Jahr nicht tun, um Menschenleben zu retten. Vielleicht sollte man den Spieß aber einfach mal umdrehen. Zum Beispiel mit dieser News, die wahrscheinlich eine Impfbereitschaft von 99,9% bewirken würde. Fast schon schade, dass es nur Satire ist (von der einzig lesbaren Page der Welt, dem Glasauge).


Und wenn ihr Impfungen nicht so mögt, probiert's doch mit der jeweiligen Krankheit. Zum Beispiel mit Corona. Der Tod würde das sicher sehr begrüßen, wenn man mal ausrechnet, dass die Wahrscheinlichkeit durch den Impfstoff dagegen zu sterben aktuell mindestens 50.000 mal kleiner ist.