Die bisher beste, wenn auch kaum geklickte Bundestagsrede zum Thema Artikel 13, die die Debatte und das Problem rundum die derzeitige Urheberrechtsreform nochmal gut zusammenfasst. Anke Domscheit-Berg (Linke) legt dabei auch interessante Zahlen offen, durch die erneut klar wird, warum "Uploadfilter" im Koalitionsvertrag urpsrünglich mal als "unverhältnismäßig" abgelehnt wurden. Weil sie es sind. Das findet inzwischen sogar auch die CDU und ist nun wieder dagegen - allerdings nur im deutschen Internet (lol, diese Trolle). Demotermine in fast allen deutschen Städten findet ihr hier.

"Von 10.000 Inhalten soll übrigens nach Angaben der Urheberrechtslobby nur ein einziger das Urheberrecht verletzen. Das sind lächerliche 0,01%. Die Fehlerrate ihrer Uploadfilter geben Hersteller - mit offensichtlich auch noch geschönten - 1% an. Aus diesen Zahlen kann man aber das Verhältnis errechnen von zurecht und zu unrecht gesperrten Inhalten. Auf 100 zurecht gesperrten Inhalten kommen 10.000 zu unrecht gesperrter Inhalte. Das sind jährlich etwa 30 Mio. unrechtmäßig gesperrte Inhalte."


Bislang habe ich in meiner Bubble, die eigentlich voll mit Artikel 11/12/13-Posts ist, noch keinen einzigen vernünftigen Satire-Beitrag zu der Thematik gesehen und nun kommt von extra3 auch noch einer dazu, der eher auf der konservativen Seite von Axel Voss, seiner Partei und den Lobby-Verlagen steht und noch nicht mal besonders lustig ist.
Schade eigentlich, weil ich gedacht hätte, dass die ganzen Fails der CDU eigentlich perfekter Stoff sind, um darüber gute Gags zu schreiben. Stattdessen macht man sich aber lieber über junge Menschen lustig, die sich das erste Mal mit Politik auseinandersetzen und tritt quasi schön nach unten (haha, der dicke Nerd hat Angst um sein Internet lol). Und nächste Woche wundern sich dann wahrscheinlich wieder alle, warum die Kids kein Fernsehen mehr gucken.
Der erwartbare Shitstorm ließ auf YouTube natürlich nicht lange auf sich warten und mittlerweile hat das Video 10 mal mehr Disslikes als Likes. Der im Beitrag vorkommende Tanzverbot hat auch schon reagiert - und ich muss zugeben, dass ich in seinem Video wesentlich öfter gelacht habe als im vermeintlich lustigen Satire-Clip. Punkt geht für mich daher auch klar ans Internet. Und gegen Uploadfilter, die Parodien mit urheberrechtlich geschütztem Material übrigens auch nicht so lustig finden.

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Während Axel Voss YouTube scheinbar für kinox.to hält, "memes" bei Google eingibt und regelmäßig offenbart, wie wenig Ahnung er von dem zu haben scheint, was er dort eigentlich tut, schiebe ich euch nochmal 2 weitere Gründe zu, um am 23.03. gegen Artikel 13 auf die Straße zu gehen: Artikel 11 und Artikel 12.
Die sind nämlich nicht weniger beschissen und machen ziemlich deutlich, dass die gesamte Urheberrechtsreform eben nicht die Urheberrechte von uns allen stärken, sondern lediglich Verlagen mit viel Kohle noch mehr Kohle einbringen soll. Und weil Urltalativ die einzelnen Artikel noch viel schöner und sogar mit hübschen Animationen für euch in 3 kurzen Videos zusammengefasst hat, lasse ich ihn das einfach nochmal mal genauer erklären:


Vorwarnung: Die Autoren der deutschsprachigen #Wikipedia schließen sich den Protesten gegen #Artikel13 und der EU-Urheberrechtsreform an. Wikipedia wird am 21. März nicht erreichbar sein, sondern lediglich eine Blackout-Seite anzeigen.

Eigentlich ist die Wikipedia gar nicht betroffen, da sie das Glück hatte, namentlich als Ausnahmeregelung in der umstrittenen Urheberrechtsreform zu landen. Artikel 11/1213 finden die Wikipedianer aber offenbar trotzdem auch alles andere als unterstützenswert und zeigen sich solidarisch mit dem Internet. Am 21.03. wird daher nur ein Schwarzbild auf der Seite erscheinen, das zu den Demos am 23.03. aufrufen wird, um noch mehr protestierende Bots auf die Straßen zu holen. Das Internet vereint seine Kräfte. ✊

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Zwei interessante Threads über German Lobbyismus und Artikel11/12/13, die noch interessanter sind, wenn man gerade erfahren hat, dass das fakey Pro-Urheberrechtsreform-Jubelvideo des offiziellen Europaparlament-Accounts von einer französischen Nachrichtenagentur stammt, die eine gewaltige Lobby-Kampagne  fährt(AFP).

Und ich glaube, nach den beinah täglich aufploppenden Skandalen der CDU und diesem Lobbyismus-Shitfuck aus Frankreich braucht man nicht mal dagegen zu sein, um zu merken, dass es keinem der Befürworter der neuen Copyright-Richtlinie wirklich darum geht, kleine Künstler mit wEnIgEr fOlLoWeRn besser zu bezahlen. Viel mehr will man aus Angst vor der neuen Technik ein veraltetes Business-Modell aufrechterhalten, in dem ungefilterte Informationen nicht frei zugänglich, sondern zu noch mehr Ca$h für die großen Verlage gemacht werden sollen (neben Artikel 13 sorgen auch die nicht weniger bedenklichen Artikel 11 und 12 dafür). Und dieses Mal ist der Gegner eben nicht das Telegramm oder das Radio, sondern das Internet.

But you better don't fuck with the Internet: Die europaweiten Demonstrationen gegen diesen großen Haufen Mist finden weiterhin am 23.03 statt. Ich erwarte allein in Deutschland an die 100.000 Bots auf den Straßen (in u.a. Berlin, Köln, München & Frankfurt). ✊🤖


Die Bots sind wieder marschiert (und haben sich zum Karneval als Menschen verkleidet). Und laut der ARD_BaB haben sie zumindest erreicht, dass die Abstimmung der Generation Faxgerät zur neuen Urheberrechtsreform fürs Internet nun doch wieder erst Ende März stattfinden soll. Falls das stimmt, haben die in knapp 24 Stunden organisierten Sponti-Demos mit insgesamt über 7500 Bots in verschiedenen Städten Deutschlands heute einen kleinen Sieg errungen (✌️🤖).
Dennoch war das nur ein kleiner Vorgeschmacks-Teaser auf die europaweiten Demos am 23. März, die vermutlich noch wesentlich mEhR fOlLoWeR haben werden als die CDU wohl schon befürchtet. Bis dahin gibt's jetzt aber erstmal wieder eine schöne Runde Meme-Demo-Plakate für alle:

...weiterlesen "Die Bots waren wieder auf der Straße – mit (Teil-)Erfolg"

Wenn die CDU so viel Arbeit in die Digitalsierung gesteckt hätte wie sie es jetzt gerade tut, um digital mal wieder alles zu verkacken, hätte man wahrscheinlich sogar auf 'nem Dorf in Brandenburg Highspeed-Internet-Deluxe. Jetzt erlebt sie ihren eigenen Cyberpunk-Film, in dem die Roboter plötzlich aufstehen, mehr Follower haben (die natürlich auch nur Bots sind) und sich gemeinsam gegen sie verschwören. Schließlich wird dank der CDU nun darüber abgestimmt, ob Artikel 11/13 noch vor den öffentlichen Protest-Demos durchgeboxt werden. Für die Partei Grund genug, um auch ihre Bots zu den heutigen Demos auszusenden. Die sind nämlich sehr gut. ✊🤖

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Erst diffamiert man alle Protestler als Bot-Mob, dann plädiert man auf die nicht vorhandenen "mehr" Follower und jetzt hat die CDU offenbar Schiss vor den europaweiten Groß-Demos am 23.03. und kämpft mit unfairen Mitteln und einem mehr als fragwürdigen Demokratieverständnis. Da möchte wohl jemand das Hashtag #NieMehrCDU tatsächlich als neuen Wahlslogan der CDU etablieren.

Achtung! Manfred Weber der EVP (CDU CSU Europa) will die Abstimmung über #Artikel13 und die Urheberrechtsreform auf nächste Woche vorverlegen, um den #SaveYourInternet Protesten am 23. März zuvorzukommen! (Julia Reda)

Spontane Demos aufgrund dieses dreckigen Versuchs, Stimmen aus der Öffentlichkeit stumm zu schalten, sind bereits als angemeldet (hier der FB-Event). Morgen, 18 Uhr, in u.a. Berlin, Köln, Frankfurt und München.

...weiterlesen "CDU möchte Artikel13-Abstimmung vor die großen Protest-Demos am 23.03. ziehen"

Die nächste Demo gegen Artikel 11/13, die heute in Berlin stattfindet, ist gerade vorm Axel-Springer-Haus losgegangen und gleich werden die Bots wohl wieder marschieren.
Zu den europaweiten Demos am 23.03. rechnet die Polizei derzeit mit 50.000 - 70.000 Menschen und weil das Internet immer noch das Internet ist, gibt es mittlerweile auch Bot-Protest-Soundtracks - und natürlich wieder Livestreams und Meme-Plakate von der aktuellen Demo:

Neben der E-mail-Option & Direktanrufen über pledge2019.eu, wo ihr hauptsächlich mit CDU-Politikern verbunden werdet, habt ihr inzwischen auch die Möglichkeit, ganz klassisch einen Brief zu schicken (von einem Bot geschrieben ( ͡° ͜ʖ ͡°). Auf botbrief.eu könnt ihr ein PDF erstellen, ausdrucken und mit der Post an den jeweiligen EU-Parlamentarier senden. Wie vor 30 Jahren. Innerhalb der ersten 3 Stunden sind übrigens bereits über 1000 Briefe generiert worden. Da kommt also einiges auf die Postfächer in Straßbourg zu.

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Netzpolitk.org empfiehlt dieses Erklärbär-Video zum Artikel13-Problem für Einsteiger und Fortgeschrittene, dass das Worst-Case-Szenario von Uploadfiltern ausmalt, welches bei der aktuellen Digitalpolitik gar nicht mal so weit hergeholt ist. Neben etlichen Netzexperten, fast allen Kreativen im Internet (also die, die eigentlich von dem Quatsch profitieren sollen) und dem Journallistenverband hat sich nun übrigens auch der Datenschutzbeauftragte gegen den aktuellen Entwurf des geplanten EU-Gesetzes ausgesprochen.
Die CDU argumentiert derweil, dass ein 80 Jahre alter Schlagersänger ohne Artikel 13 doch weniger CDs verkaufe, weil sie sonst anscheinend keinen der angeblich leidenden Künstler aus der großen Musikindustrie finden, den sie vor den Karren spannen können.
Wer mehr als ein 4-Minuten-Video zum Thema haben möchte, kann sich Julia Reda & Tiemo Wölken beim Mario Kart zocken im EU-Parlament anschauen, Sascha Lobo im Gespräch mit HerrNewstime oder sich die volle Dröhnung von Rechtsanwalt Solmecke geben, um zu verstehen, wie wichtig die geplanten Demos am 2.3. und 23.3. in Berlin sind.

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Man könnte fast denken, Heribert Hirte wäre gar kein erwachsener CDU-Politiker, sondern nur ein 12-jähriger Troll-Bot, der einen Schwanzvergleich veranstaltet. Tatsächlich hat er aber einen blauen Haken und den Tweet bereits gelöscht, der nochmal genau gezeigt hat, was für tolle Argumente CDU-Poltiker in der aktuellen Artikel11/13-Debatte so am Start haben. Und ich finde eigentlich noch viel lustiger, dass der Heribert wirklich dachte, er wäre mit seinen 3.800 Followern der King im Netz - und allein Gronkh (1,26. Mio. auf Twitter) mehr Follower hat als alle Twitter-Accounts der CDU zusammengerechnet.

Für die CDU scheint das Internet tatsächlich noch reines Neuland zu sein, denn so dämlich wie die sich gerade im Netz anstellen, könnte man wirklich meinen, die wollen absichtlich alle jungen Wähler loswerden. Und vom Streisand-Effekt haben die wohl auch noch nie etwas gehört - der Tweet von HerrNewstime hat mittlerweile über 16.000 Likes und hat für kurze Zeit nochmal das Hashtag #NieMehrCDU trenden lassen. ¯\_(ツ)_/¯

In der besagten Mail beklagt man sich übrigens über eine nicht ausgewogene Berichterstattung eines YouTube-Kanals, der aus einer einzigen Person besteht und seine Meinung sagt (und zwar eine, die der CDU nicht gefällt). Ich lolliere. Tja, liebe CDU. Das könnt ihr vielleicht mit euren Kumpels aus der Verlagslobby so machen, aber im Internet funktioniert so eine Scheiße nicht. Hier darf jeder sagen, was er denkt. Und das soll auch so bleiben. Dafür kämpfen wir. Ob euch das nun passt oder nicht.