HongKongRiots | Protestieren gegen die digitale Diktatur

In Deutschland wird dank Extinction Rebellion ja gerade viel über Protestformen diskutiert und ob ziviler Ungehorsam das wirklich richtige ist, wenn "normale" Demos scheinbar nichts bewirken. In Hong Kong ist die radikale Movement-Version dagegen schon etwas weiter - und um Längen radikaler. Das muss man aber wohl auch, wenn man sich mit einem hochtechnologisierten Überwachungsstaat in einer Art digitalen Diktatur anlegt und inzwischen für grundlegende Dinge wie Freiheit und Demokratie kämpft.

Neben der von Bruce Lee inspirierten Taktik Be Water, in der Demonstranten mit dem Strom schwimmen und dadurch in der Masse untergehen, bedeutet das in erster Linie Equipment gegen Gesichter scannende Kameras (Regenschirm, Maske, Helm, Laserpointer), Schutz vor Tränengasgranaten (Gummihandschuhe, StickstoffSchlamm/Wasserbehälter zum neutralisieren oder eben Tennisschläger) und Vermeidung von Standorterkennungen (Bargeld, mit Alufolie umwickelte ID-Cards).
Ähnlich wie FridaysForFuture sind die Protestler aus Hong Kong sehr jung, was man u.a. daran erkennt, dass fast die Hälfte der inzwischen über 2000 festgenommen Demonstranten unter 18 sind, die wiederum alle mit Smartphones aufgewachsen sind und wissen, wie man Memes sogar im öffentlichen Raum benutzt. Zusammen mit digitalen Protestschildern, per Telegram & Air-Drop durchorganisierten Bewegungen in VPNs und jeder Menge Modern Art (u.a. gibt's eine 3D-gedruckte Freiheitsstatue) wirkt das alles dann wie aus einem dystopischen Sci-Fi-Film aus der Gegenwart. Und der sieht dann in etwa so aus - und hat sogar einen Soundtrack:


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