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Ein Schiff bekommt im Gegensatz zu unserer Regierung einen kurzen harten Shutdown für die Wirtschaft hin und lieferte uns zur Abwechslung zumindest mal ein paar neue Memes zu den immer gleich klingenden VirusVirusVirus-Nachrichten. Währenddessen wissen nach nun vier Monaten endlich nahezu alle, dass wir einen Lockdown brauchen und deswegen passiert sofort erstmal wie immer nichts.
Wenn wir in den Pandemie alle in einem Boot sitzen (was eigentlich nicht stimmt, weil manche auf einer Luftmatratze und andere auf einer Yacht sitzen), ist Deutschland anscheinend die neue EverGiven. Twittwoch #13.

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Die letzten 12 Pandemie-Monate auf einem Plakat zusammengefasst, das Wolfgang Philippi entworfen hat und in dem Fall in der Hamburger Konditorei Herr Max einen Platz gefunden hat. Besser kann man diese ganze beschissene scheiß Scheiße nicht ausdrücken.


Corona spreads Disease, Hip-Hop spreads Love und geht aktuell für Geflüchtete auf "Tour", sammelt Spenden fürs Krankenhauspersonal und hat eine Doku gedreht, die die seit einem Jahr leerstehenden Clubs vom endgültigen Untergang bewahren möchte. Letzteres startete mit einem Club-Track von Galv - und endete als Hilfe rufende und sehr schöne Kultur-Doku in der ARD-Mediathek. Culture-Support per Culture-Support. Damit es nicht irgendwann für immer still bleibt.

Nach einem Jahr ohne Live-Konzerte begibt sich der HipHop-Musiker Galv auf einen Roadtrip quer durch Deutschland. Dabei verschafft er sich einen Überblick über die Lage der Clubs und der Liveszene seiner Subkultur. Mit Samy Deluxe, Felix Lobrecht und vielen anderen Künstlern spricht er über persönliche Geschichten, den Wert und die Bedeutung der Clubs für die deutsche Kulturlandschaft.


Menschen kennenlernen ist ja gar nicht so einfach, wenn es ständig heißt, dass man Kontakte vermdeiden soll. Andererseits ist die Einsamkeit vermutlich auch exponentiell gewachsen in diesen Zeiten und es wird selbst in Social-Distancing-Times getindert. Dabei scheinen Impfnachweise das neue sexy und Schnelltests das neue Vorspiel geworden zu sein. Zumindest in diesen beiden Tweets. Pandemic Romance.


via & via


Keine Ahnung, wie es euch geht, aber ich habe irgendwann ja den Überblick im exponentiell gewachsenen Pandemie-Bürokratie-Dschungel Deutschlands verloren und aufgegeben, alle drölfhundert sich permanent in jedem Bundesland unterschiedlich ändernden Corona-Regeln zu checken. Zumal sie teilweise auch noch widersprüchlich und oft weder logisch noch wissenschaftlich konsequent sind, wodurch sie noch absurder und noch weniger nachvollziehbarer werden.
Das fing bei einem Verbot vom Lesen eines Buches auf einer Parkbank an, ging mit dem Verbot von nahezu allen Dingen im Privatbereich bei gleichzeitigem Spaziergang ins Großraumbüro weiter und endet bei Lockerungen während eine neue Welle mit Mutanten-Viren auf uns zu rollt. Und zwischendurch gab es dann auch noch Verbote, die ein Tag später selber verboten wurden oder einfach zu kompliziert waren, um sie umzusetzen (RIP Beherbergungsverbot, Bewegungsradius und Osterruhe).
Für mich wirken die Maßnahmen seit einiger Zeit jedenfalls so random, als wolle die Regierung Corona durch maximal verwirrende Bürokratie in den Wahnsinn treiben, um es zu bekämpfen. Oder es hat einfach niemand einen Plan und deshalb werden die Regeln nicht nach Logik, sondern einfach per Zufallsgenerator ausgewürfelt. Und siehe da - einen Zufallsgenerator für Corona-Maßnahmen gibt es wirklich - und ich habe mit ihm schon mal die Beschlüsse der nächsten Ministerdödel-Konferenz vorraussagen lassen, die sich vom letzten Original gar nicht so sehr unterscheiden, naja, ein bisschen vielleicht:


Viele der Memes vom festgefahrenen 400m langen Frachtschiff im Suez-Kanal, das zuvor offenbar eine Penis-Tour gemacht hat, sind jetzt schon ein Evergreen (#SuezBlocked). Jedenfalls steht das auf der schwimmenden Kapitalismus-Blockade, die verwirrenderweise eigentlich Ever Given (Zero Fucks Ever Given) heißt und gerade Hilfe von einem sehr hiflos aussehenden kleinen Bagger bekommt, der mein tragischer Held in dieser schrägen Geschichte ist. Da seht ihr mal, wie lästig so ein Querdenker doch sein kann.

...weiterlesen "Memes der Evergreen, die im Suez-Kanal quersteht, den Welthandel weinen lässt und ein Penis gemalt hat"

Politik:

Wissenschaft:

Ich:


Was für eine Headline, die tatsächlich nicht aus dem Postillon kommt und eigentlich gar keine so schlechte Taktik von der Wissenschaft wäre, um jeden prolligen Typen, der sonst auf das Klima seines eigenen Planeten komplett scheißt, doch noch ganz schnell zum überambitionierten Hardcore-Öko werden zu lassen. So oder so haben wir jedenfalls endlich eine Erklärung dafür, warum es immer größere Autos bzw. SUVs gibt.


via


Nachdem das letzte Festivaljahr ja ein Totalausfall war, hatte man ja ursprünglich mal gehofft, 2021 alles nachholen und einfach alles zwei mal feiern zu können. Und dann kamen die Mutanten und eine Regierung, die das mit der ernsthaften Pandemiebekämpfung scheinbar immer weniger ernst nimmt und sich nebenbei auch noch gegen ein selbsterschaffenes Bürokratie-Monster durchschlagen muss. Tja.
Aber während Deutschlands Test-Taskforce noch ein Duplo im Mund hat, veröffentlicht das Fusion-Festival ein umfangreiches Party-Hygiene-Konzept und plant sogar ein eigenes PCR-Labor auf dem Gelände, wo jeder insgesamt 2x getestet werden sollen (+1 Selbsttest von allen zuvor). Und ich habe zwar auch sehr viel Lust auf Festivals und finde den Plan deutlich ambitionierter als den der Regierung, habe aber keine Ahnung, ob das Anfang Juni wirklich schon so eine gute Idee ist (die wissenschaftlichen Prognosen - sollte sich politisch nix mehr ändern - sehen jedenfalls eher düster aus und haben bisher leider immer gestimmt).
Einerseits wäre es ja auch gar nicht schlecht, wenn 70.000 Leute zusätzlich getestet werden - bei hohen Fall- und vielleicht auch Todeszahlen würde sich feiern für mich aber dennoch falsch anfühlen. Unabhängig davon bin ich mir generell noch gar nicht sicher, ob ich selber überhaupt Bock auf Parties mit seitenlangen Hygienekonzepten habe, bei denen ich mich vorher und währenddessen mit gefährlichen Viren beschäftigen muss. Aber das ist dann wohl offenbar diese ominöse neue Normalität, von der immer alle reden. Insgeheim hoffe ich aber darauf, dass man eigentlich nur noch ein paar Lockdowns länger sehnsüchtig warten muss, bis auch die endlich mal vorbei ist und man wieder "richtig" feiern kann.

[...] "Der Infektionsschutz und die damit einhergehende Maßnahmen basieren in Deutschland nicht nur auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern sind zunehmend Spielball von Interessenskonflikten und politischer Abwägungen geworden. In Deutschland können während der Pandemie Waffen und Autos produziert werden, laufen Großraumbüros weiter als sei nichts passiert, werden auf Druck der Wirtschaft Lockerungen umgesetzt, auch wenn diese der Bekämpfung der Pandemie entgegenlaufen. [...]
Im letzten Jahr haben wir die Fusion aus freien Stücken frühzeitig abgesagt. Damals war nicht absehbar, dass unsere Ministerpräsidentin im Sommer, dank niedriger Inzidenzen die ganze Republik einladen würde, an unseren Stränden und Seen ihren Urlaub zu verbringen. Wenn Massentourismus auch 2021 zur Festivalzeit wieder möglich ist, dann können und werden wir mit unserem richtungsweisenden Test- und Hygienekonzept auch die Fusion feiern. [...]
Alle an der Durchführung beteiligten Personen werden bereits beim Aufbau regelmäßig mittels einer vollwertigen, CE/IVD-zertifizierten RT- PCR Testung untersucht. Alle Festivalbesucher:innen werden am Tag der Anreise und im Verlauf des Festivals mittels eines ebenfalls CE/IVD- zertifizierten RT- PCR-Testverfahrens dezentral oder zentral vor Ort getestet. Dafür werden wir ab Mai eine eigene mobile, ärztlich supervidierte Teststation mit molekularbiologischem BSL2- Labor auf dem Kulturkosmosgelände in Lärz betreiben." [...] (Testkonzept der Fusion)

Deutsche könnten den Klimawandel und eine Pandemie ausbremsen, denken sich stattessen aber lieber verwirrende Bürokratie-Regeln aus, diskutieren per Fax über fehlende Formulare oder fliegen nach Malle, um Eimer zu saufen und allen zu erklären, dass sie das Volk der Dichter und Denker sind. Und im 122. Corona-Gipfel wurde entschieden, dass man Wissenschaft doof findet und für den Osterhasen die Wirtschaft noch weiter rumeiert. Im übernächsten Lockdown tauschen wir dann aber bitte und niemand darf arbeiten, aber alle auf Festivals. Twittwoch #12.

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Corona hat nochmal gezeigt, wie wichtig Medienkompetenz in Zeiten von Social Media ist, um bspw. nicht mit Aluhut aufm Super-Spreader-Event zu landen und mit Nazis singend daegegen zu demonstrieren, dass Echsenpolitiker Kinder-Blut trinken (fühl mich wie ein richtig mieser Fantasy-Autor, wenn ich das so schreib, aber auch sowas glauben wirklich Leute, puh).
Die StiftungNeueVerantwortung hat - um eure Medienkompetenz mal zu überprüfen - einen News-Test erstellt, bei dem ihr gerne versuchen könnt, meine gerade abgeholten 26,5 Punkte zu toppen - viel Glück. ;o)

In diesem digitalen Selbsttest kannst du deine Fähigkeiten im Umgang mit Nachrichten im Internet überprüfen. Dazu bekommst du Fragen gestellt. Außerdem bekommst du Nachrichten und Behauptungen gezeigt, die du einschätzen oder bewerten musst. Unser Ziel ist, auf die Fähigkeiten hinzuweisen, die man im Umgang mit Nachrichten braucht. Und: Menschen zu zeigen, in welchen Bereichen sie ihre Fähigkeiten noch verbessern können.