
Das alles einnehmende, obwohl zwischenzeitlich schon wortwörtlich totgesagte Thema des Jahres ist aktuell offenbar weder Iran-Krieg noch Trump, sondern ein scheinbar ständig strandender Wal in der Ostsee. Hope, oder ursprünglich Timmy (wegen Timmendorfer Strand und so) ist mittlerweile von einer tragischen Rand-Notiz zu einem nahezu überwal präsenten Internet-Drama geworden. Und mit Internet meine ich auch Internet. Denn es gibt etlichen Artikeln bereits ein Influencer-Skandal-Video, einen 24h-Live-Stream - und KI-generierte Seemannslieder von Santiago gegen die da oben, die den kleinen zwölf Tonnen schweren Timmy natürlich absichtlich stranden haben lassen, um ihn - klar - für Biogas zu nutzen (ich wünschte, ich hätte mir das ausgedacht).
Als ob es nicht schon schlimm genug ist, an einem so schönen Ort wie einen Strand dahinzusiechen und einen Walkampf ums Überleben führen zu müssen, wird das ohnehin schon leidende Tier nun auch noch politisiert und von rechts zum neuen Chico erkoren. Das ist wahrlich kein sehr schönes Ende für einen Wal. Und das ist es hope-fully auch nicht, denn die Story geht bzw. schwimmt noch weiter und die Welle um Timmy scheint aktuell noch nicht abzuflachen.
Und weil das alles dazu geführt hat, das inzwischen jeder Deutsche Wal-Experte ist und den einzig wahren Plan zur Rettung der Welt besitzt, gibt es mittlerweile auch einen passenden Wal-O-Maten zum Thema. In dem habt ihr nämlich selbst die Qual der Wal und kommt in der Zeit vielleicht zusammen mit mir über die eindeutig verpasste Chance hinweg, einen Wal im Meer doch Waldemar zu nennen.
