Das ZDF gönnt euch eine Web-Serie mit fett gedrucktem Titel, die das Leben eines durchschnittlichen Durchschnittstypen, irgendwas zwischen Ende 20 und Anfang 30 und irgendwo zwischen Berlin und München, portraitiert. Coming-of-Middleage-Comedy über den Alltagsdunst der ausklingenden Jugend, der aus den ganz normalen Dingen besteht, die man halt so macht und tut: Lieben, Lachen, Arbeiten, Feiern und Weinen.

In der Mediathek findet ihr sowohl die komplette 1. Staffel als auch die 0. Prequel-Staffel, falls ihr etwas andere und deshalb sehr erfrischende Serien mögt, die lässig erzählt sind und im Internet bereits Kult sind.

Fett und Fett ist eine Comedy-Serie, die vom Getriebensein und Treibenlassen erzählt. Es geht um das Leben Ende zwanzig, wie es heute ist oder wie es vielleicht schon immer war und um die Suche nach... ja, wonach eigentlich?

Ich muss die Bundesregierung auch mal in Schutz nehmen. Denn das Argument, dass die Politik in Deutschland auf den Klimawandel schon vor 30 Jahren hätte reagieren können, ist natürlich Quatsch. Es sind mindestens 40 Jahre. Und maximal gerade mal 92 Jahre. ¯\_(ツ)_/¯

[mildeinteressant] in einem populärwissenschaftlichen Buch meines Urgroßvaters wird bereits 1927 vor einem Klimawandel durch eine Zunahme von CO2 gewarnt. from r/de

Es gibt viele Dinge, über die nach dem Nazi-Terrorist in Halle gesprochen wurde. Videospiele, Internetforen, 3D-Drucker - und sogar der sonst den Amis überlassene "mEhR wAfFeN sOrGeN fÜr mEhR sIcHeRhEiT"-Bullshit kam kurz hoch. Über eine Sache wurde nach einem rechten Terroranschlag in Deutschland aber verhältnismäßig wenig gesprochen: rechter Terror in Deutschland.
Knapp einer Woche vor dem Anschlag erschien in der ARD diese Doku, die das im Gegensatz dazu allerdings sehr umfangreich getan hat. Bedrückend. Und sollte sich die Politik eventuell nochmal anschauen bevor sie als Gamer ins Neuland abtaucht und alle mit Messern bewaffnet, um uns angeblich zu schützen. Vor allem, wenn die Bundesregierung aktuell nicht mal klar verneinen kann, ob der Komplize von Lübckes Mörder eventuell beim Verfassungsschutz tätig war.

Dabei erzählt die Dokumentation auch: Terrorismus von rechts ist kein neues Phänomen in Deutschland. Aber rechter Terror wurde jahrzehntelang unterschätzt. Wohl auch, weil meist Migranten Opfer waren und nicht "deutsche" Politiker. Der Aufschrei blieb daher aus.
"Die Story im Ersten: Der Mordfall Lübcke und rechter Terror in Deutschland“ taucht tief ein in die seit Jahrzehnten existierende rechtsextreme Szene in Deutschland und zeigt, wie heute Hass und Hetze im Netz und auf der Straße für eine politische Stimmung sorgen, in der sich Rechtsextreme in ihren Gewaltfantasien bestärkt fühlen.


Carla Reemtsma, eine Aktivistin und Organisatorin von FridaysForFuture war bei Precht zu Gast und hat mit Deutschlands bekanntestem Philosophen u.a. über Klimabewegungen, die Zukunft mit und ohne Wirtschaftswachstum und einen vielleicht endenden Kapitalismus gesprochen.
Und falls ihr dachtet, dass eine erst 21-jährige Studentin mit einem Professor und Bestseller-Autor über hochintellektuelle gesellschafstpolitische Themen ganz sicher nicht mithalten kann, dürft ihr euch innerhalb einer guten halben Stunde eines Besseren belehren lassen. Denn ganz abgesehen davon, dass viele richtige und wichtige Dinge gesagt werden, ist es durchaus ein Gespräch auf Augenhöhe.

"Fridays for Future" sorgt weltweit für Furore. Zwar beeilen sich plötzlich Politiker aller Parteien, das Klima-Thema auf die Agenda zu setzen, doch die meisten Menschen in politischen Ämtern sind nicht nur jenseits der 50, sondern sie vertreten auch andere Werte als die "Generation Thunberg". Die alten Argumente von Wachstum, Beschäftigung und Fortschritt prallen auf eine ganz existenzielle Angst der jungen Leute um die eigene Zukunft, so Richard David Precht. Wie aber wollen die Schülerinnen und Schüler und die Studierenden den Teufelskreis von ökonomischen Notwendigkeiten und den daraus resultierenden Klimabelastungen durchbrechen?

Das fragt Precht die 21-jährige Klima-Aktivistin Carla Reemtsma von "Fridays for Future". Führt der Weg der Aktivisten durch die etablierten Instanzen und Parteien? Brauchen sie eine eigene Partei? Sind sie überhaupt noch gewillt, die eingefahrenen politischen Konventionen zu akzeptieren, oder bleibt ihnen am Ende nur der zivile Ungehorsam, um der Dringlichkeit ihrer Forderungen gerecht zu werden?

Während Deutschland im Jahr 2019 Weltmeister im Papier- und Verpackungsmüllverbrauch ist, Kohlekraftwerke aktuell noch fast 2 Jahrzehnte die Luft verpesten dürfen und immer mehr und immer größer werdende Autos unsere Städte einnehmen, hatte Peter Lustig schon vor einigen Jahrezehnten auf alles eine Antwort.
Bereits 1982 hatte Peter keine Lust mehr auf doofes Plastik und kritisierte die Verpackungsindustrie. Noch vor den 90ern nutze er Solarzellen und bastelte ein Photovoltaik-Basecap für einen Walkman. Und schon 1992 träumte er im Stau von mehr öffentlichen Verkehr, Carsharing und Mini-Elektroautos, die durch Sonnenenergie betrieben werden.
Selbst das nostalgische Fernsehprogramm aus und sogar vor meiner Kindheit hatte offensichtlich schon mehr Plan von Nachhaltigkeit als die deutsche Bundesregierung 30 Jahre später. Lustig, Peter. Damals erklärte ein alter weißer Mann den Kids, was besser für die Umwelt ist. Heute ist es mit FridaysForFuture oft andersrum.
Das gute alte Löwenzahn war seiner Zeit scheinbar weit voraus - und ich finde das schöne Intro, in der die Natur sich ihr Territorium zurückerobert, heute sogar noch ein bisschen schöner.




Ich habe mich ja schon öfter gefragt, ob sich dieses so genannte "Auto" auch noch durchgesetzt hätte, wenn man es denn erst im Jahr 2019 erfunden hätte. Extra3 gibt zum Start der IAA eine mögliche Antwort darauf.

via


Kanäle, Werbeeinnamen, Quoten/Klicks und irgendwas mit ARD und ZDF. YouTube ist heutzutage ja genau wie Fernsehen (zumindest für Menschen, die keine Faxgeräte mehr benutzen, die oft nicht mal mehr einen Fernseher haben). Nur, dass man sich aufgrund der viel größeren Auswahl durch noch viel mehr Scheißprogramme zappen muss.
Selbst, wenn man sich da auf die deutschen YT-Kanäle beschränkt, wird man in den gar nicht mal so geilen YouTube-Trends mit den immer gleichen Formaten zugemüllt und muss leider schon gut suchen, bevor man etwas findet, bei dem man nicht verdummt (auch wie im Fernsehen). Außer natürlich, man hat über Jahre alle "guten" Channels gesammelt und kann safe einfach in seine Abo-Box gucken - dann geht's eigentlich. Hier mal ein kleines Best-Of aus "meinem" YouTube, das inzwischen längst auch mein Lieblingsfernsehsender ist (ihr wisst schon, fernsehersatz und so):

Hyperbole. Das Berliner Videonetzwerk kennt sich mit diesem YouTube aus und bringt politische Themen unaufgeregt und klischeebefreit in verschiedenen Formaten unter (einige davon so erfolgreich, dass sie ihren eigenen Kanal bekommen haben: Tourettikette, Disslike, Germania). Bei einem der letzten Drehs gab es hohen und sehr guten Besuch aus dem Europaparlament.


Bohemian Browser Ballett. Schlecky Silberstein, aber als hochwertig produziertes Satire-Format auf YouTube, das tatsächlich lustig ist, obwohl es durch öffentlich-rechtliche Gelder finanziert ist und aus Deutschland kommt.


Kurzgesagt (Dinge erklärt/In a Nutshell). Erklärbär-Videos über Ameisen-Weltkriege, Space-Lifts oder Zeit im wunderhübschen Animationsstil. Das vielleicht beste, aber definitiv bekannteste Format von funk ist sowas wie die Sendung mit der Maus für Erwachsene.


MaiLab. Die Ranga Yogeshwar von YouTube - und inzwischen auch vom Fernsehen. Eine nicht ganz so typische Wissenschaftlerin, die Wissenschaft wieder cool machen möchte und theoretisch wie praktisch alles überprüft. Wissenschaftlich natürlich.


Die Rocketbeans (& Kino+). Die weitergedachte Extended-Version von Giga & MTV Game One: ein 24h-Internet-TV-Sender für Gaming- und Popkultur-Nerds, der sympathisch unperfekte "Fernsehshows" auf YouTube ausstrahlt.


Walulis (& WalulisDaily). Die selbsternannte Medikamentenausgabe im Irrenhaus Internet. Philipp Walulis hat das Fernsehen durchgespielt und zerlegt als medienkritische Satire-Instanz inzwischen auch systematisch dieses WorldWideWeb.


Die Wundertütenfabrik (aka Luksan Wunder). Die WTF-Videozentrale der Gang von Manfred Groove macht Quatsch auf allen erdenklichen Meta-Humor-Ebenen und produziert unironisch ironisch die etwas anderen Videos auf YouTube.


Disslike. Die deutsche Prominenz (die hauptsächlich aus Deutschrap besteht) wird mit ihren Hatern konfrontiert und darf die eigene Schlagfertigkeit auf die Probe stellen. Dabei müssen sich alle der meist gefürchtesten und gruseligsten Aufgabe im Netz stellen: Kommentare lesen - und beantworten.


Filmanalyse. Der Alexander Kluge von YouTube. Wolfgang M. Schmitt ist der Kritiker unter den Kritikern, hat laut Gerüchten schon Feuilletons über die französische Nouvelle Vague geschrieben bevor er sprechen konnte und existiert nur im Anzug.


Coldmirror. Das nerdig sympathische Urgestein. Kaddi gab es auf YouTube schon lange vor den ganzen Beauty-Bibis. Sie kann perfekt "schlampig" zeichnen, hat ein glücklich strahlendes Kackhäufchen als Logo und weiß mehr über Harry Potter als Joanne K. Rowling.


Space Frogs. Rick und Steve machen zusammen Videos. Das weltraumfroschige Comedy-Duo kümmert sich um die Angelegenheiten, die gerade in den unendlichen Weiten des Internetz die Runde machen - und um das Internet selbst.


Y-Kollektiv. Ein vom YouTube-Netzwerk von ARD und ZDF produzierter Doku-Kanal mit meistens ziemlich gut gemachten Reportagen über durchaus spannende und journalistisch aufgearbeitete Themen rundum die Generation Why.


STRG_F. Der Doku-Kanal mit dem cleveren Namen sucht und findet Themen, die von einem sympathischen Reporter-Team ehrlich und mal eben nicht journalistisch objektiv, sondern vollkommen subjektiv erzählt werden.


zqnce. Das Ex-16Bars-Team erzählt auf seinem Kanal nicht nur verrückte Drogenstories von $ick (Shore, Stein, Papier), sondern ist auch sonst ein echter Profi darin, kulturell spannende Geschichten von Menschen zu portraitieren.


Germania. Deutschland, Identität und Heimatgefühle, aber als Portrait-Serie aus der Sicht von bunt durchmischten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die durchaus gerne hier leben. 2018 gab's dafür den Grimme-Preis.


Joko und Klaas haben es geschafft, dass nicht nur mir bei der Menschen-Leben-Tanzen-Welt-Musik von Max Giesinger schlecht wird, sondern auch seinem Publikum - und ihm selbst. Endlich mal ein realistisches Szenario: Einer von 80 Millionen angespielt - und alle kotzen.

Als Max Giesinger gehört hat, dass bei seinem nächsten Konzert kräftig geschunkelt und gekotzt wird, hat er vermutlich gedacht, Klaas schickt ihn aufs Oktoberfest. Ganz so gemein war er dann aber doch nicht. Seht selbst.


Die Geschichte vom Klo ist eine Geschichte von Königen, die sich beim Kacken besuchen lassen und von sehr vielen Leuten, die eine sehr lange Zeit einfach überall hingeschissen haben. Das klingt heute - gerade aus geruchstechnischen Gründen - natürlich widerlich. Wenn man aber bedenkt, dass die Menschheit heute noch ihren Müll überall ins Meer kippt, kommt man sich gar nicht mehr so fortschrittlich vor. Immerhin haben wir es aber hinbekommen, dass nicht mehr alle auf die Straße kacken. Das ist doch auch schon mal was.

Im alten Rom ist der Gang zum Klo noch ein geselliges Ereignis. Die Römer hocken gemeinsam auf dem Klo, bzw. der Latrine, halten ein Schwätzchen, spielen und versammeln sich sogar zu Meetings auf dem Klo. Im Mittelalter ist die römische Latrinenkultur zwar vergessen, trotzdem entleeren sich die Menschen meist öffentlich – einfach auf dem Feld oder auf der Straße. Selbst in den Burgen macht jeder dahin, wo er will – ganz ohne Scham. Quarks blickt in die Vergangenheit und deckt auf, wie es dazu kam, dass wir uns heute auf dem Klo einschließen.


Ich habe in meinem Leben ja sehr viele Stunden damit verbracht, mir nachts einen Mann in einem karierten Hemd anzusehen, der sich neben einem Porzellan-Elch sitzend alle möglichen Probleme von zugestellten Anrufern angehört und mit ihnen über Geld, Gewalt, Tod, Sex und Hackfleisch geredet hat.
Und vielleicht werde ich es ab dem 8. November wieder tun (nur in anders). Je nachdem, wie Domian's neue Show nach dem 3 Jahre her liegenden "Ende" so wird. Live und ohne Tabus klingt aber schon mal sehr vielversprechend.


Ein alter, aber immer noch guter und perfekt in dieses Blog passender Cartoon vom großartigen Hannes Richert. Und er fasst in nur 4 Bildchen schön zusammen, warum es diese Webseite überhaupt gibt: damit ihr abschalten könnt, um hier wieder einzuschalten. ¯\_(ツ)_/¯


In Virginia hat ein Typ mit einem Fernseher auf dem Kopf Fernseher in der Nachbarschaft verteilt und ich mag dieses daraus entstandene Gif, in dem TV-Head zum Abschied nochmal in die Kamera winkt wie so ein Cyberpunk. Mach's gut, Herr Fernseher (schau doch mal auf fernsehersatz.de vorbei).