Gute Nachrichten für alle, die sowohl Jahresrückblicke als auch Arte immer wieder gerne schauen: Unser aller Lieblingsdeutschfranzösischerkultursender hat 2019 mal in einer guten halben Stunde zusammengefasst und blickt ganz europäisch zurück. Für mich zählen solche Sendungen und die oft ganz fantastischen Dokus von arte auf jeden Fall auch dieses Jahr wieder zu meinen kleinen Highlights im TV (bzw. auf den YouTube-Kanälen von Arte/Irgendwas mit Kultur)

Wie wird 2019 in die Geschichtsbücher eingehen? ARTE blickt zurück auf ein Jahr europäisches Zeitgeschehen. Ein Jahr, in dem der Brexit wieder nicht stattfand, in dem "We’re going to Ibiza" noch einmal die Charts stürmte und in dem Schuleschwänzen freitags zum guten Ton gehörte. Ein Jahr, in dem viele Jubiläen anstanden – und in dem die Europäer zur Wahl gegangen sind.

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Satire scheinen Wutbürger wie Manni, Horst und Dieter nuhr zu verstehen, wenn sich alte weiße Männer über junge engagierte Mädchen lustig machen. Andersrum hört der Spaß für die klassischen Lügenpresse-Schreier und konservativ kotzenden Kommentarmenschen aber offenbar immer ganz schnell auf. So wie bei diesem WDR-Clip, in dem kleine Kids "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" singen - und dem uralten Klassiker eine ganz neue Note verpassen. Greta-Style.
Niedliche Aktion eigentlich. Leider ist der WDR aber dank eines großen Scheißehaufens aus Twitter- und Facebook-Diskussionen inzwischen eingeknickt und hat den Song kurzerhand wieder runtergenommen. Im Internet ist und bleibt er vermutlich aber trotzdem (danke KFMW). Und ich finde den neuen Text ja schon ein bisschen lustig:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Motorrad, Motorrad.
Das sind tausend Liter Super jeden Monat.
Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!
Meine Oma fährt mit ´nem SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor.
überfährt dabei zwei Opis mit Rollator.
Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!
Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett.
Weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet.
Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!
Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert, geläutert, geläutert.
Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ‘ne Kreuzfahrt.
Meine Oma ist doch keine Umweltsau!“


via


Soweit dazu: Schöner halbstündiger Rundumschlag gegen Autoland und die völlig verkehrte Verkehrspolitik made in Germany, die hauptsächlich im Stau steht. Und endlich mal eine Show von einem "Barth", bei der ich lachen konnte.

Ein Moderator, ein Thema, eine halbe Stunde - In seiner ersten eigenen Show widmet sich Stand-up Comedian und Autor Markus Barth den Themen, die in aller Munde sind - oder es längst verdient hätten.
In der ersten Folge geht um die Verkehrswende. Wie lassen sich Feinstaub und Stickoxide in den Innenstädten reduzieren? Hat das Bundesvekehrsministerium unter Leitung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die richtigen Antworten, die viel gelobten E-Scooter Bspw.? Kann das Fahhrad nicht die Antwort auf viele innerstädtische Probleme sein?


Time to say Goodböhmi. Das Neo Magazin Royale endet nach 6 erfolgreichen Jahren und ich habe zwar am Ende auch nur noch die doch regelmäßigen Highlights der Show geguckt, fand genau die dann aber immer noch inhaltlich großartig und wahnsinnig gut produziert (Probs an die btf). Egal, ob der Polizei habende
POL1Z1STENS0HN, die neue Nationalhymne, Verafake, überhaupt alle Fakes, das legendäre Schmähgedicht, der Affensong von Jim Pandzko, das Remake von Struwwelpeter oder die letzte Stunde vor den Ferien - alles top. Insofern also sehr schade um eine der letzten wenigen guten Sendungen im Fernsehen, die übrigens nicht nur aus einem dünnen blassen Jungen, sondern aus gefühlten 10.000 Autoren bestand, die hoffentlich woanders oder dann eben in der neuen Show im Hauptprogramm genauso geile Dinge tun dürfen (oder zumindest nochmal Prism is a Dancer).
Hier geht's zur allerallerallerletzten Ausgabe in der Mediathek, die euch zum Abschied nochmal ein grandioses One-Take-Intro serviert, viele Sahnehäubchen der letzten Jahre rauskramt und winkewinke macht. Tschüss, Neo Magazin Royale. Für euch habe ich meine GEZ-Gebühren immer am liebsten bezahlt.

 

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Arte dreht den Retro-Swag auf und kramt aus einem verstaubten Karton auf dem Dachboden die guten alten VHS-Tapes in einer Doku wieder raus. Wie vermutlich so ziemlich jeder in meinem Alter habe auch ich einen nicht gerade kleinen Teil meiner Kindheit mit Videokassetten verbracht, die man sich in den heute auch langsam aussterbenden Videotheken besorgt hat. Das analoge Netflix von damals. Ein Film über eine Zeit, in der man YouTube-Videos noch zurückspulen musste.

Eine ganze Generation, die mit Videokassetten groß geworden ist, schwelgt heute in VHS-Nostalgie. Doch nur wenigen ist bewusst, welche enormen gesellschaftlichen und politischen Folgen die Einführung dieser Technologie hatte. Von den 1970er bis zu den 1990er Jahren erzählt die Dokumentation die Geschichte des ersten wahrhaft demokratischen audiovisuellen Mediums.

Falls ihr Bock auf eine kleine Rave-Tour durch die 90er-Jahre mit zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven aus zwei sehr unterschiedlichen deutschen Filmen habt: Als wir träumten, das Clubdrama der auf  den Trümmern tanzenden Nachwendezeit und Magical Mystery, der Techno-Roadmovie durch D-Land, sind gerade in der ARD-Mediathek.



via & via


Eine kleine Reise in die Vergangenheit von Christian Ulmen, der vor Jerks ja schon mal eine Sendung hatte, die deutsche Comedy für mich damals revolutionierte und ein ebenbürtiges Fremdschammassaker war: Mein neuer Freund (2005). Eine mit völlig bekloppten, aber doch so fucking "echten" Charakteren ausgestattete Reality-Serie und Gewinnspielshow, in der Ulmen nicht schauspielerisch einfach ablieferte.
Leider gibt's die alten Original-Folgen nur in Kack-Qualität im Netz (oder gegen Geld). Auf YouTube findet man dafür aber die Fortsetzungen der zwei vielleicht besten Rollen: Alexander von Eich & Uwe Wöllner. Viel Spaß mit diesen beiden Comedy-Perlen aus einer Zeit, in der auf YouTube noch nix los war außer Elefanten-Videos und deshalb gute Fernseh-Shows wie diese noch sehr wichtig für uns alle waren.

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Neu auf dem YouTube-Kanal in der Mediathek von von Arte: Kleine Germanen. Ein abgründiger, abstoßender und beängstigend verstörender Doku-Film, der das Aufwachsen in rechtsradikalen Familien in einem gruselig nostalgischen Grafikstil wunderschön portraitiert.
Ich bekomme allein vom Zuschauen ein mulmiges Gefühl und mag mir gar nicht vorstellen, wie schlimm das alles sein muss, wenn man noch ein kleines unschuldiges Kind ist und das Leben nur aus Hass, Gewalt und Angst besteht.

Kleine Germanen" erzählt in einer Kombination aus Dokumentar- und Animationsfilm von Kindern, die tagtäglich dazu erzogen werden, das vermeintlich Fremde zu hassen. Wie fühlt es sich an, in einer Welt aufzuwachsen, in der die nationale Identität über allem steht? Eine Aussteigerin erzählt von ihren Erfahrungen.

Singend und mit einem bittersüßen Lächeln im Gesicht geht die Welt zu Grunde. Mit dem Soundtrack von Maren Kroyman (& Friedemann Weise), die mit ihren 70 Jahren immer noch voll den aktuellen (End-)Zeitgeist trifft und der ARD frischen Satire-Wind verleiht, der durch die drohende Apokalypse weht.
Wobei man nach diesem Video schon wieder gar nicht weiß, ob man die überhapt verhindern will oder es nicht doch besser wäre, wenn diese ganze Scheiße endlich ein Ende hat, weil die Menschheit es einfach nicht anders verdient. Schließlich haben schon K.I.Z. und Henning May einst voller Optimismus gesagt: Hurra, die Welt geht unter! 😊

"Wir haben so laut gesungen und noch lauter geschwiegen!"

Jan Böhmermann kommt auf eure Party und macht Stress mit Grund. Mit antifaschistischen Liedermacher-Grüßen an die FAZ und ihre Dackelkrawatten tragende Nazi-Fete. Anscheinend ist der POL1Z1STENS0HN auch 1 Reinhard Mey.

Wir alle kennen das: Man will einfach nur einem alten rechten Freund zum Geburtstag gratulieren und RatzFAZ steht man mit einer Akustikgitarre auf der Tanzfläche und lässt sich von Nazis beklatschen. Der arme Reinhold Beckmann kann ein Liedchen davon singen. Aber weil der Wolf Biermann unter den Fußballkommentatoren seit seinem letzten Ständchen eine kleine Auszeit als Alleinunterhalter auf den Geburtstagsfeten des Reiches genommen hat, müssen wir wohl ran und den passenden Song zur 70 Jahre FAZ-Party liefern!


Der aktuelle D-Movie aus der Tele5-Mediathek: Fikkefuchs. Der neueste Film von und mit Jan Henrik Stahlberg (Muxmäuschenstill) und Franz Rogowski erzählt eine etwas andere Vater-Sohn-Geschichte über das männliche Geschlecht - und die #Metoo-Debatte aus der Satire-Sicht von zwei sexistischen Schweinen. Inklusive SXTN und MC Bomber als Soundtrack. Zynismus-Porn aus Deutschland über das notgeile Geschlecht.

Dieser Film ist von extremistischer Komik. Und er behandelt ein vergiftetes Thema: Sex. Die Koproduktion aus Berliner Armut und Schwabinger Schule wird viele Menschen erheitern und verstören. (Quelle)

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Genug mit Rechten geredet. Ab jetzt übernimmt der technische Fortschritt das Wort. Mit der Stimme von The Rock und integriertem Bullshit-Noise-Cancelling. Ich hoffe währenddessen, dass der Entkräfter (Pro Max™) fest in jeder deutschen Polit-Talkshow installiert wird. Und an jedem Stammtisch.

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  • Ausländer sind kriminell
  • Seenotrettung fördert Schlepperei
  • Die meisten Flüchtlinge sind zuhause gar nicht in Gefahr
  • In Deutschland herrscht eine linke Meinungsdiktatur
  • Um Flüchtlinge kümmert sich der Staat mehr als um “uns”
  • Das deutsche Volk soll systematisch ausgetauscht werden
  • Linksextremisten sind mindestens so schlimm wie die Rechten
  • Deutschland kann nicht die ganze Welt retten
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