Dafür zahle ich tatsächlich mal sehr gerne meine GEZ-Gebühren: Die von Charlie Hübner inszenierte Doku über Feine-Sahne-Monchi gibt's jetzt auch in voller Länge auf dem YouTube-Kanal der ARD. Nächstes mal dann aber bitte auch Sonntag, 20:15 senden (FCKAFD). ;o)

In einem Bundesland, in dem die AfD 21 Prozent der Landtagswahlstimmen erreicht, ist es schwer, sich gegen den Rechtsruck zu stellen. Und genau deswegen so wichtig. Die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ und ihr Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow tun in Mecklenburg-Vorpommern genau das. Schon früh hat sich die Band gegen die rechte Szene positioniert und ruft regelmäßig zum Widerstand gegen AfD und NPD auf. So deutlich, dass die Band regelmäßig im Verfassungsschutzbericht des Landtags auftaucht.
Regisseur Charly Hübner und sein Co-Regisseur Sebastian Schultz haben Monchi und seine Band bei ihrer Anti-Rechts-Tour „Noch nicht komplett im Arsch“, die im Wahljahr 2016 durch ganz Mecklenburg-Vorpommern führte, begleitet. Der daraus entstandene Film WILDES HERZ nähert sich der Figur des charismatischen Frontmanns von „Feine Sahne Fischfilet“ an. (Quelle)

Instagram is where you got good actors, bad actors and people who just wanna make money.

Schmeißt die Untertitel an: Eine holländische Doku über die "schöne" neue Fake-World von Instagram. Die bietet nämlich nicht nur Fake-Beauties mit Fake-Filtern, sondern auch unzählige Fake-Follower, Fake-Comments und somit auch Fake-Popularity.
Die Manipulation von Zahlen ist dort offenbar so einfach, dass selbst 15-jährige Script-Kiddies sich mit dem Verkauf von Fake-Followern ein bisschen Taschengeld dazuverdienen (oder aus Jux ihre Lieblingsrapper pushen). Und es gibt inzwischen auch ein professionelles Fake-Business. Mit mittlerweile millionenschweren Hackern, die Followerzahlen mit geklonten Fake-Profilen beliebig hochsetzen und sich nicht erwischen lassen. Experten schätzen derweil, dass bis zu 20% aller Accounts Bots sein könnten. Anscheinend sind die Zahlen von Instagram so "authentisch" wie die Influencer dort.

Why is Instagram dominated by fake accounts? What is fake, what is real on Instagram? Since Instagram was founded followers and accounts have grown insanely. But how can you see on Instagram which accounts and followers are real, and which are fake? A documentary that investigates why and how fake followers dominate Instagram.

This documentary is a cross-media research into the economy that has emerged since Instagram has been established: sometimes creative and innovative, but sometimes also very shadowy. As a viewer, you follow Nicolaas Veul and the making of the account @followme.doc. He tries all the tips and tricks to gain popularity, interviews key players and influencer and reflects on his findings.


Bisher kennen wir es nur aus Science-Fiction-Filmen à la Ready Player One oder Matrix, dieser Typ kennt es allerdings jetzt schon: Jak Wilmot hat sich zum Cyber-Versuchskaninchen gemacht und ausprobiert, wie es so ist, wenn man eine Woche lang ununterbrochen eine VR-Brille auf'm Kopf hat und 24/7 in der virtuellen Realität lebt.
Das ganze Experiment, bei dem er nebenbei im Weltall meditiert und mit Silvester Stallone beim Boxtraining war, hat er als eindrucksvoll gemachten Film dokumentiert. Spoiler: er ist weder ein emotionsloser Zombie geworden - noch gestorben. Eigentlich fand er's sogar ziemlich cool. So schlimm scheint dieses "Zukunft" also vielleicht doch gar nicht zu werden (oder zu sein). Naja. Bis auf die eventuell noch ausbaufähige Future-Dusche.


Hi, A.I. - Eine deutsche Dokumentation über das jetzt schon stattfindende Zusammenleben von Roboter und Menschen auf sehr persönlicher Ebene wie in der Pflege, in der Beziehung und gar beim Sex. Der Film beobachtet dabei verschiedene 1Human-1Bot-Pärchen in ihrem Alltag und dokumentiert, ob und inwieweit das technisch, aber auch psychisch "funktioniert". Aktuell läuft er wohl in einigen Kinos, irgendwann soll er aber wohl auch im ZDF laufen. Ich merk' mir den mal hier vor.

„Bei einer K.I. musst du deine Sätze knapp und pointiert halten“, gibt der Roboterentwickler Matt seinem Kunden Chuck mit auf den Weg, als dieser seine neue Roboter-Partnerin Harmony in der Fabrik abholt und die beiden zu einem Road Trip durch die USA aufbrechen. Der Sex-Roboter Harmony, so stellt sich auf den zweiten Blick heraus, mag Bücher und kann aus dem Stegreif Ray Kurzweil zitieren.

Wie werden wir mit künstlicher Intelligenz zusammenleben? Was werden wir gewinnen, was verlieren? Und: wer sind eigentlich die Hauptfiguren dieser schönen, neuen Welt?




Arte on Boards: Ein Film über afrikanische Rider, der als Doku-Serie auf YouTube hochgeladen wurde und per Skateboard, Inliner & BMXs-Bikes durch die Hoods und Streets der Savanne bzw. sämtliche Länder in Afrika reist.

AFRICA RIDING porträtiert die Community der „Riders“, unkonventionelle junge Afrikaner, die sich für eine neue kulturelle und soziale Ordnung einsetzen. Von Ghana bis Ruanda, von Senegal bis nach Uganda – die Rider nehmen uns mit zu ihren „Playgrounds“: ramponierte Gehwege, verlassene Plätze, holprige Straßen oder versandete Pisten… Die vielen Hindernisse machen aus diesen Freigeistern wahre Krieger – auf dem Asphalt und im Leben.

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Letztens durch Hamburg gelaufen und überlegt, wie geil es eigentlich wäre, wenn es gar keine Autos in Städten gebe und man einfach so und völlig bedenkenlos durch die Stadt latschen könnte, weil überall massig Platz wäre. Nun. Das wird wohl nie passieren. Erst recht nicht in Autodeutschland. Um darauf hinzuarbeiten, würde ich die von arte gestellte Frage jedenfalls mit folgendem Wort beantworten: Ja.

Verstopfte Innenstädte, verspätete Busse, teure Tickets – geht das auch anders? Könnte ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr helfen? In der estnischen Hauptstadt Tallinn, im französischen Dünkirchen oder im brandenburgischen Templin wurde der Nulltarif eingeführt und das Angebot optimiert. Richtungsweisend für ganz Europa?

Im brandenburgischen Templin leben die deutschen Pioniere des kostenlosen Nahverkehrs. Sie haben erfolgreich versucht, die Luftqualität des Kurorts zu wahren. In Tallinn können die Einwohner seit 2013 alle Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Die Autokolonnen sind dadurch aus den Straßen der Innenstadt verschwunden.


Eine für die heutigen Oscars nominierte, bis an die Nieren gehende und nur schwer zu ertragende Doku als Feature vom New Yorker, die die harte Arbeit von freiwilligen Seenotrettern wie Mission Lifeline zeigt, die Flüchtlinge auf offenem Meer vorm sicheren Tod bewahren. Und in Zeiten, in denen Menschen vor Gericht stehen, weil sie andere Menschen vorm Ertrinken retten (das ist in etwa so, als ständen Menschen vor Gericht, weil sie andere Menschen vorm Ertrinken retten), ist genau diese Arbeit noch wichtiger als sie es ohnehin schon ist. Lifeboat.

Volunteers from a German nonprofit risk the waves of the Mediterranean to pluck refugees from sinking rafts, which had set out from Libya, in the middle of the night.

Directed & Produced by Skye Fitzgerald

"Lifeboat" was nominated for an Academy Award nomination in the category of Documentary Short Subject.


...weiterlesen "Doku: Lifeboat | Die letzte (Seenot-)Rettung"

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Ein Ort, der nie zur Ruhe kommt: der Elbschlosskeller am Hamburger Berg. 24 Stunden lang dröhnen Schlager aus der Musikbox, am Tresen sitzen viele Stammgäste, die ihren Kummer in Bier und Schnaps ertränken.

Der NDR macht dem N in seinem Namen alle Ehre und hat gerade zwei sehr schöne Dokus über zwei sehr schöne Menschen aus Hamburg auf seinem YouTube-Kanal hochgeladen.
Einmal über die angeblich härteste Kneipe in St. Pauli, die nicht nur ein "Zuhause" für Suffkes, sondern auch für die sozial abgestürzten unter ihnen bietet. Und noch einmal über Lia Şahin, die sich selbst gelegentlich als "die übliche beatboxende, rothaarige, deutsche Transgender-Frau mit türkischem Migrationsvordergrund" vorstellt und sich u.a. für RapForRefugees engagiert.

Früher stand sie als Beatboxer Blazer auf den ganz großen Bühnen. Jetzt will Lia Jugendlichen aus Afghanistan, Somalia und Syrien beibringen, wie man beatboxt. Und ihnen dabei ein starkes, unabhängiges Frauenbild vermitteln. Doch gelingt es ihr, der Transgender-Frau, in der Macho-Kultur des Hip-Hops ein Vorbild für die Jugendlichen zu werden?


via zeitgeist247 & Alex


Eine auf VHS und Super8 gefilmte Doku über mazedonische Teenanger, die einen Haufen Kohle damit gemacht haben, Fake-News zu schreiben und auf die Wechselwirkungen von Politik und Politikern aufmerksam macht, die solche Fake-News zitieren. The Fake News Fairytale.

“As a documentary filmmaker who tries to anchor my work in the truth, I find fake news simultaneously fascinating and terrifying” director Stonehill reveals. “I was looking for a way into the fake news phenomenon and, after reading an article in Wired Magazine about what was happening in Veles, I became intrigued by the idea of teenagers in Macedonia pumping out bizarre political clickbait that affects a political ecosystem thousands of miles away”.

“I wanted to ask questions about the nature of fake news and explore why lies imprint themselves so successfully on our political and social landscapes”, Stonehill explains. “There are so many facets to the fake news issue. There are the tech companies, the people who are writing the fake news, and the politicians who echo, repeat or originate these toxic lies. I hope the film draws some connections between these different elements and makes people think about the different interconnected aspects of the fake news ecosystem”. (Source)


via


Erinnert ihr euch noch an das verkackte Rich-Kids-Festival FYRE, das damals via Social Media als scheiße teurer Luxus-Event auf einer Privatinsel in den Bahams gehypt wurde und dann aussah wie ein runtergekommenes Survival-Camp mit einem Bällebad?
Netflix hat eine Doku zur so krass gefloppten Influencer-Party produziert, dass der Veranstalter 6 Jahre wegen Betrugs in den Knast und zusätzlich 26 Millionen $ Schadensersatz zahlen musste. The Greatest Party That Never Happened.

An exclusive behind the scenes look at the infamous unraveling of the Fyre music festival. Launching globally on Netflix on January 18, 2019.

Created by Billy McFarland and rapper Ja Rule, Fyre Festival was promoted as a luxury music festival on a private island in the Bahamas featuring bikini-clad supermodels, A-List musical performances and posh amenities. Guests arrived to discover the reality was far from the promises.

Chris Smith, the director behind the Emmy Award Nominated documentary Jim & Andy: The Great Beyond, gives a first-hand look into disastrous crash of Fyre as told by the organizers themselves.


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Bei den ganzen beeindruckenden Ausschnitten auf YouTube anscheinend ein Film, den man mal gesehen haben sollte und der bisher leider völlig an mir vorbeigegangen ist: Samsara (2011). Eine stillschweigende, aber viel aussagende Doku über die Menschheit zwischen wunderschönen Tanzchoreographien und den ekelerregenden Auswüchsen des Kapitalismus. The Beauty & The Beast of Humanity. In 4K.

Samsara ist ein Wort, das "das immer drehende Rad des Lebens" beschreibt. Ein vertrautes und überwältigendes Konzept - das perfekte Gebiet für die Filmemacher Ron Fricke und Mark Magidson, dessen letzte Zusammenarbeit Chronos und Baraka war, und die in über 58 Länder gereist sind auf der Suche nach einzigartigen Bildern.

Samsara nimmt die Form einer, ohne in Worten auszudrückende, Betrachtung an, die Zuschauer von der ganzen Welt eine Reise durch die Seele erleben lässt. Mit atemberaubenden Bildern, die makellos in 70 mm gedreht worden sind und einer dynamischen Filmmusik, hebt der Film die Verbindung zwischen Menschheit und der Rest der Natur hervor und zeigt uns wie unser Lebenszyklus den Rhythmus des Planeten widerspiegelt.



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Lord of the Toys ist eine Doku der Filmakademie Baden-Württemberg über einen Youtuber aus der eher asozialen Ecke YouTube-Deutschlands, die Teil des sogenannten Drachen-Games ist und auch mal 900km durch Deutschland reist, nur um dem auserkorenen Cyber-Mobbing-Opfer einen "freundlichen" Besuch abzustatten. Ein beobachtender Film über eine von Hass, Followern und Langeweile angetriebene Generation Internet im Osten Deutschlands.

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht – Max ist YouTuber und lebt davon.
Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

LORD OF THE TOYS begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.