Bei den ganzen beeindruckenden Ausschnitten auf YouTube anscheinend ein Film, den man mal gesehen haben sollte und der bisher leider völlig an mir vorbeigegangen ist: Samsara (2011). Eine stillschweigende, aber viel aussagende Doku über die Menschheit zwischen wunderschönen Tanzchoreographien und den ekelerregenden Auswüchsen des Kapitalismus. The Beauty & The Beast of Humanity. In 4K.

Samsara ist ein Wort, das "das immer drehende Rad des Lebens" beschreibt. Ein vertrautes und überwältigendes Konzept - das perfekte Gebiet für die Filmemacher Ron Fricke und Mark Magidson, dessen letzte Zusammenarbeit Chronos und Baraka war, und die in über 58 Länder gereist sind auf der Suche nach einzigartigen Bildern.

Samsara nimmt die Form einer, ohne in Worten auszudrückende, Betrachtung an, die Zuschauer von der ganzen Welt eine Reise durch die Seele erleben lässt. Mit atemberaubenden Bildern, die makellos in 70 mm gedreht worden sind und einer dynamischen Filmmusik, hebt der Film die Verbindung zwischen Menschheit und der Rest der Natur hervor und zeigt uns wie unser Lebenszyklus den Rhythmus des Planeten widerspiegelt.




Lord of the Toys ist eine Doku der Filmakademie Baden-Württemberg über einen Youtuber aus der eher asozialen Ecke YouTube-Deutschlands, die Teil des sogenannten Drachen-Games ist und auch mal 900km durch Deutschland reist, nur um dem auserkorenen Cyber-Mobbing-Opfer einen "freundlichen" Besuch abzustatten. Ein beobachtender Film über eine von Hass, Followern und Langeweile angetriebene Generation Internet im Osten Deutschlands.

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht – Max ist YouTuber und lebt davon.
Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

LORD OF THE TOYS begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.


Oldschooliges Fundstück aus einer Zeit, in der Graffiti & HipHop noch in den Kindersneakers steckten, langsam über den großen Teich kamen und auch in Deutschland allmählich ihre ersten Breakdance-Schritte machten.
Ein Meilenstein dafür war die Doku "Style Wars" (1983), die es 1985 scheinbar auch als deutsche Reportage unter dem sehr deutschen Namen "U-Bahn-Bild & Verrückte Beine" in die damaligen Fernsehbildröhren geschafft hat. Und das war  wahrscheinlich einer der Momente, in dem dieses "Hip Hop" das allererste Mal in deutschen Wohnzimmern lief (abgesehen von Gottschalks fürchterlichem Rap-Versuch). German HipHop-History.

Geisterhafte Bilder huschen auf quietschenden Rädern an Lampen vorüber. Bilder, die einst snobistisches Gallerie-Publikum in Entzücken versetzten, auf die Politiker ebenso wie ganz normale Menschen mit blanker Wut reagieren. Die Sprühdose - das Symbol einer neuen Subkultur. Dazu Breakdancing, Rapmusik - alles zusammen die grelle Szene des "Hip Hop".




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Das Team von STRG_F hat sich als Milliardäre ausgegeben, um Undercover illegale Cum-Ex-Geschäfte mit einem Bussiness-Fuzzi im Anzug auszuhandeln - und wenn sie wirklich Milliardäre gewesen wären - hätten sie im Nu ein paar Millionen ergaunern können. Und ich frage mich immer noch, warum dieser ganze Skandal so wenig Aufmerksamkeit bekommt während alle rumheulen, dass überall Gelder fehlen.

Sie nannten es CumEx oder CumCum. Komplizierte Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag, die offenbar nur ein Ziel hatten: Unser Geld zu rauben. Und sie haben damit Milliarden auf ihre Konten gespült, dazu zig Villen und einen Fuhrpark in der Garage. Eine Bande von Anwälten, Bankern und Investoren hat dem europäischen Steuerzahlern mindestens 55 Milliarden Euro aus der Tasche gezogen. Wir sprechen mit Christian Salewski, der mit seinem Kollegen Oliver Schröm über Jahre die Hintergründe dieses womöglich größten Steuerskandals aller Zeiten recherchiert hat. Um an Insider-Informationen zu kommen, tarnen sie sich sogar als Milliardäre ­- und nehmen uns so mit in die Welt der Steuerräuber.


Hubertus Koch kennt ihr vielleicht als den Typen, der mal in Syrien war, um dort für YouTube eine Dokureihe namens Süchtig nach Jihad zu machen, für die er anschließend den Deutschen Fernsehpreis bekam, den er danach zerlegt hat. Oder als den Typen, der im Livestream des #wirsindmehr-Konzerts in Chemnitz 'nen ziemlich soliden Job als Moderator machte.
Auf seinem relativ frisch erstellten Kanal Einigkeit & Rap & Freiheit begleitet ihr ihn auf dem Weg zu neuen Taten und seinem nächsten Projekt, das sich künstlerisch mit mit ihm selbst, dem trotzenden Idealisten im kapitalistischen Schweinesystem, der gemeinen gesellschaftlichen Verantwortung jedes Einzelnen und dem ach so "bösen" Deutschrap auseinandersetzt. Hochwertig wie stylish produziert von funk - und erinnert nicht nur vom Titel immer mal wieder an die guten alten Grundwerte der Hip-Hop-Kultur: Strugglen & Hustlen Peace, Love, Unity & Having Fun.

Hubertus hat als Journalist viel Scheiße gesehen und ist heute innerlich zerrissen. Einerseits will er die Welt verändern, andererseits haben ihn die Geier vom Finanzamt an den Eiern.
Er flüchtet sich in die Sicherheit eines festen Arbeitsvertrags. Nur hat er diesen Plan ohne seine innere Stimme gemacht, die immer lauter wird. Sein Gewissen erinnert ihn daran, dem Elend der Welt etwas entgegenzusetzen und zwar mit der größten Idee, die er jemals hatte.

"Das ist RAP!" - kein Promo-Gelaber, nur Realtalk. Über eine kaputte Welt, Depression und sinnlose Kopfficks. Hängen geblieben auf Deutschrap bleibt nur der Wille, alles zu rasieren.


Danke Artur


Eigentlich hat Thomas Urban im Jahr 2012 beschlossen, seine selbst auferlegte Arbeit als verdeckter Journalist, der Straftaten wie Hitlergrüße und Mordaufrufe auf Rechtsrock-Events an die Öffentlichkeit bringt, einzustellen. Seit diesem Jahr macht er den leider wieder wichtig gewordenen Job weiter. STRG_F ihn besucht und mit ihm darüber gesprochen, wie es so ist, allein unter zig grölenden Neo-Nazis zu stehen und dabei jeden Moment auffliegen zu können.

Diese Szenen sind erschütternd: Neonazis unter sich auf Konzerten, mit brutalen Liedern und gnadenlosen Ansagen. Seit vielen Jahren dokumentiert der Journalist Thomas Kuban das Treiben der rechten Szene. Er deckt auf, wie normal Hitlergrüße und Lieder mit verbotenen Inhalten auf diesen Konzerten sind und zeigt, wie sich die Szene offenbar immer stärker an sich selbst berauscht. Seine Einsätze sind mitunter lebensgefährlich. Doch seine Arbeit ist in diesen Zeiten wichtiger denn je. STRG_F-Reporter Tobias Zwior dokumentiert seine bittersten Belege um zu zeigen, wie sehr man auf das menschenverachtende Vorgehen der Naziszene achten muss.




Peter & Nilou von den Blogrebellen haben ihre erste kleine Doku gedreht - ganz ohne Budget. Und zwar über die ebenso deutschrappige HipHop-Szene im Ösi-Land. Dabei sind u.a. lässige Interviews mit der international gehypten Mavi Phoenix, Jugo Ürdens & Einfachso.

...weiterlesen "RAPortage: Die HipHop-Szene in Wien"


Immer und überall erreichbar sein. Der Fluch und Segen des Internetz, den alle von uns kennen. Und zwar nicht nur privat, sondern auch im Beruf, wo genau das mittlerweile in etlichen Jobs einfach dazu gehört.
Was der permanent im Hinterkopf sitzende Online-Stress, der stetige Druck und die suchtähnliche mediale Dauerablenkung, die wir uns zusätzlich täglich freiwillig reinballern in unserem Hirn so auslöst, versucht diese Doku aus der arte-Mediathek zu beantworten.

Smartphones, Computer, Tablets digitale Geräte durchdringen heute alle Lebensbereiche des modernen Menschen. Diese permanente Informationsüberflutung gilt besonders in der Arbeitswelt als ein Auslöser für mentale Erschöpfung und Stress. Basierend auf unterschiedlichen Untersuchungen beleuchtet die Dokumentation die Risiken der digitalen Vernetzung.

Die Hälfte der Weltbevölkerung surft heute im Internet, täglich tauschen wir über digitale Geräte riesige Datenmengen aus. E-Mails, Blogs und soziale Netzwerke – sie alle beanspruchen ständig unsere Aufmerksamkeit und sind längst fester Bestandteil unseres täglichen Privat- und Berufslebens. Doch erst seit kurzem existieren wissenschaftliche Untersuchungen zu digitalem Stress.
Eine sehr umfangreiche Studie mit Studenten der Generation Y belegt, dass die Aufmerksamkeitsspanne vor dem Computerbildschirm auf etwa 45 Sekunden gesunken ist. Laut einem Forschungsergebnis aus dem Jahr 2004 lag die durchschnittliche Konzentrationsdauer der Computernutzer damals noch bei drei Minuten.
Kaum einer kann sich der Informationsflut entziehen – mobile Geräte sorgen für ständigen Kontakt mit Familie, Freunden, Kollegen und Netzwerken auf der ganzen Welt. Doch diese ständige Erreichbarkeit und die Reizüberflutung sind Auslöser für Konzentrationsstörungen und mentale Erschöpfungszustände – in den schlimmsten Fällen verursachen sie sogar Depressionen und Burnouts.
Wie beeinflusst dieser endlose Informationsstrom die Psyche? Sind den kognitiven Fähigkeiten des Gehirns Grenzen gesetzt? Sollte sich der moderne Mensch an die neue Realität anpassen – oder häufiger auf das Recht pochen, offline zu sein?
In der Dokumentation erklären unter anderem Neurowissenschaftler, Psychologen und Unternehmer die Auswirkungen der digitalen Informationsflut auf das menschliche Gehirn. Sie erzählen von ihren Erfahrungen und diskutieren die neuesten Erkenntnisse über kognitive Fähigkeiten, die Aufnahme- und Anpassungsfähigkeit des Gehirns und die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf den Menschen in der Arbeitswelt.

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Die Zukunft sah ja früher noch ganz anders aus. Zum Beispiel als im Jahr 1972 eine ZDF-Doku über die Welt von morgen lief, in der uns Hochfrequenzöfen, drahtlose Hausschaltplulte und eine 25-Stunden-Arbeitswoche vorausgesagt wurden. Ich warte immer noch auf Letzteres.

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Eine Hollywood-Doku über den mehrfach als schlechtesten Regisseur der Welt betitelten Uwe Boll, dessen beste Filme seine Hate-Videos über Hollywood, immer den gleichen Marvel-Scheiß und das seiner Meinung nach zu dumme Publikum waren. Und ich bin ja sehr froh, dass er mittlerweile seine "Karriere" beendet hat, höre diesem Mann aber einfach zu gerne beim Fluchen zu, als dass ich das nicht sehen wollen würde.

Already a cult legend, Uwe Boll will be remembered forever in the film world. Some will remember him as a modern-day Ed Wood, who made films so bad, they’re good. Others will remember him as the prolific filmmaker who came from a small town in Germany and never compromised his integrity while he created his own path in Hollywood.



RedBull hat eine kleine Doku über die immer wieder neue Tricks erfindende Skateboard-Legende Gou Miyagi aufgenommen und den leicht durchgeknallten, sehr kreativen und einzigartigen Skaterboi aus Japan portraitiert. Cooler Typ.

Gou Miyagi is a genuine skateboarding maverick. His unique vision and the advent of the internet shot him into the big leagues of skateboarding stardom. However, the ubiquitous Gou Miyagi's overleaping fame belied the fact that he is an intensely private person.
Beyond his video output and surrealist social media feed, little is known about one of the few people in skateboarding's history to change it permanently. This is Gou Miyagi, as close as you are ever likely to get.

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Derzeit in der arte-Mediathek: Die Doku über die Content-Moderatoren von Facebook, YouTube & Co, die die digitale Drecksarbeit des Internets übernehmen und sich täglich bis zu 25.000 Bilder von toten Kindern, Enthauptungen mit Küchenmessern und sehr, sehr, sehr vielen Penissen ansehen müssen. The Cleaners. Die dunkle, abgefuckte und asoziale Seite der sozialen Netzwerke.

Es gibt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Standort für Content-Moderation. Dort löschen Zehntausende Menschen im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos auf Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden an die Content-Moderatoren abgegeben. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie arbeiten, sind eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valley.
Die Dauerbelastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content-Moderatoren, denen es verboten ist, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Parallel zu den Geschichten von fünf Content-Moderatoren zeigt der Dokumentarfilm die globalen Auswirkungen der Online-Zensur und wie Fake News und Hass durch die sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.
Die Vision einer vernetzten globalen Internetgemeinde wird zum Alptraum, wenn hochrangige ehemalige Mitarbeiter der sozialen Netzwerke Einblicke in die Funktionsweisen und Mechanismen der Plattformen geben. Gezielte Verstärkung und Vervielfältigung jeglicher Art von Emotionen machen die Plattformen zu Brandbeschleunigern, die soziale, politische und gesellschaftliche Konflikte anheizen und die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben.
Hans Block und Moritz Riesewieck erzählen in ihrem Debütfilm vom Platzen des utopischen Traums der sozialen Medien und stellen die drängende Frage nach den Grenzen des Einflusses von Facebook, YouTube, Twitter & Co. auf den Einzelnen und die Gesellschaft.