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Wir brauchen Utopien und große Entwürfe. Nicht als konkretes Ziel, sondern als Regenbogen, auf den wir zugehen können, den wir aber nie erreichen werden. Aber was wäre die Welt ohne Regenbögen?
- Volker Strübing (Autor der Doku)

Eine in die Welt von überübermorgen blickende Doku-Perle aus der 3Sat-Mediathek, die sich mal genauer anschaut, wie das mit der Zukunft eigentlich so aussieht. Und es ist ein bisschen, wie die weitergedachte Version einer "futuristischen" ZDF-Doku aus dem Jahr 1972, die in das Jahr 2000 reist - nur halt diesmal ein paar Jahrzehnte später. Mit einem bereits in der Gegenwart existierenden Space-Auto auf dem Mars - statt einem langweiligen Flugtaxi auf der Erde. Was kann das also noch kommen? Eine von vermutlich sehr vielen Antworten darauf bekommt ihr im weit nach vorne schauenden Film von Volker Stübing, den ich letztes Jahr schon mal mit einer ebenfalls sehr sympathischen Digital-DDR-Doku hier verbloggst hab.

Früher war fast gar nichts besser. Bis auf die Zukunft. Visionen von Weltraumstädten und fliegenden Autos statt der heute verbreiteten Untergangsstimmung. Die Dokumentation sucht neue Utopien.

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Entweder ich werde langsam alt oder die Öffis-Mediatheken entwickeln sich allmählich zu einer guten Serien-Streaming-Alternative (mit hin- und wieder sehr stabilen Eigenproduktionen). Neben Sløborn, Bad Banks, Drinnen, Feuer & Flamme und Schlafschafe ist mein aktuelles Highlight dort die durch viele Metaebenen schießende Mini-Serie: How to Tatort. Und keine Angst, Jan Josef Liefers ist nicht dabei und die 6-folgige Mockumentary-Show ist definitiv kurzweiliger als jeder schnarchige Sonntagabend-Tatort.


Auch ohne Netflix & Co. gibt es wieder viel zu gucken, was sich zu gucken lohnt (und diesmal auch zu hören): Im WDR läuft die die mittlerweile 4. Staffel der großatig gemachten Feuerwehr-Doku-Serie Feuer & Flamme. In der 3Sat-Mediathek ist derzeit die hier schon mal verbloggte Kapitalismus-Doku über das alte Märchen vom endlosen Wachstum.
Im Female-Tech-Nerd-Podcast vom NDR war Katja Diehl aka She Drives Mobility zu Gast und hat über den Verkehr der Zukunft gesprochen. Zwei Koriphäen der Generation MTV sprechen etliche Jahre später über Depressionen und die neue TNT-Serie The Mopes über eben jenes Thema. Und bei Tracks haben sie Helge Schneider in einer Plattenkiste stöbern und ein bisschen plaudern lassen.
...weiterlesen "Gemediathekt: Feuer & Flamme, System Error, Mobilität der Zukunft, Nora Tschirner über Depressionen und Helge Schneiders Plattenkiste"

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Eigentlich möchte man diese Menschen ja gar nicht mehr sehen, die nach über einem Jahr immer noch die Pandemie leugnen. "Schlafschafe", eine durchaus gut gemacht Serie über eine immer weiter abschwurbelnde Aluhutträgerin fand ich aber dennoch sehenswert, weil sie bei der ganzen Absurdität nicht vergisst, wie dramatisch und gruselig es sein kann, wenn Freunde oder Verwandte sich zum Covidioten radikalisieren.
Erinnert von der Produktionsart ein bisschen an die Mini-Serie "Drinnen", die ürbigens für den Grimme-Preis nominiert war und auch eine so genannte Instant-Serie ist, die schnell zu drehen und so aktuelle News mit einbauen soll.

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Eine alte Schulfreundin von mir, die Sarah wurde vom MDR begleitet und hat mal erzählt, wie es sich eigentlich so als Rollifahrerin mit Assistenz lebt und warum das für sie deutlich besser ist, als gesammelt in einer Einrichtung zu landen. Und anscheinend ist es gar nicht selten, dass Menschen mit Behinderung direkt nach der Schule in der Lage dazu sein müssen, eine staatliche Behörde zu verklagen, um nicht schon mit 20 in einem Altersheim zu landen. Denn meine Lebensgeschichte könnt ihr fast eins zu eins über diesen Beitrag legen, was das angeht. Ich bin übrigens auch für zwei Sekunden zu sehen - auf einem Oldschool-Foto aus der Raucherecke vor der Schule. Liebe Grüße, Chefin. 👋

"Mit 20 Jahren ins Altenheim – für die Leipzigerin Sarah Lenz war das keine Option. Sarah, heute 34, lebt mit Muskelschwund in den eigenen vier Wänden – mit ihrer Assistentin Ulrike."

Nächste Woche im Fernsehen und jetzt schon in der ZDF-Mediathek: Systemsprenger. Ein herzzerreißender und zerstörerischer Film mit neonpinken Aggressionsschüben. Das unglaublich intensive Sozialdrama über ein kleines Mädchen mit sehr emotionaler Schlagkraft hat u.a. den deutschen Filmpreis in fast jeder Kategorie gewonnen und auch ich kann den deutschen Indie-Hit von 2019 nur empfehlen.

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.


Arte Tracks beantwortet die Frage, wie es sein kann, dass wir in der Pandemie mehr Musik hören, aber viele Musiker jetzt trotzdem finanziell strugglen müssen (Spoiler: weil dank Spotify wieder mal Reiche reicher und Arme ärmer werden). Die Schattenwelten-Regortage-Reihe war im Lockdown nicht nur auf illegalen Raves, sondern zeigt auch, wie verdammt kriminell Vermieter und Immobilien-Besitzer sein können. Hafti bekam zum neuen Album-Release eine sehenswerte Doku von amazon spendiert. In der ARD-Mediathek laufen hin und wieder auch sehr gute Serien und eine davon ist derzeit MaPa. Und bei Krömer war mit Kida Ramadan ein deutscher Schauspieler zu Gast, der mbMn sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte als ein Jan Josef Liefers.




Eigentlich war Klima vor Acht ja im ÖR als daily Pendant zur Börse vor Acht gedacht, weil unser Planet ja dann doch ein bisschen wichtiger ist als der DAX. Stattdessen hatte sich zwischendurch tatsächlich RTL bereit erklärt, das Format auszustrahlen. Die erste und weitere fünf Folgen, die noch kommen, hat man nun aber offenbar erstmal über Crowdfunding realisiert. Kurz, wichtig, wissenschaftlich fundiert - und gehört meiner Meinung nach ins Fernsehen.

Wir fordern #PrimeTimeFürsKlima​ im deutschsprachigen Fernsehen. Wenn Du diese Idee ebenfalls unterstützt, so unterschreibe gern unseren Offenen Brief an die ARD: https://klimavoracht.de/brief/

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Joko & Klaas haben ihre gewonnene Sendezeit diesmal genutzt, um den kompletten Arbeitsalltag einer der aktuell härtesten Jobs in Deutschland, nämlich den einer Pflegekraft zu zeigen. Dafür haben die beiden ihre 15 Minuten diesmal allerdings so einige Überstunden machen lassen.
Alle nachfolgenden Sendungen wurden verschoben und stattdessen gab's 7(!) ungeschnittene Stunden lang gutes, experimentelles und sinnvolles Fernsehen aus der Egoperspektive - ohne eine einzige Werbeunterbrechnung (im Pflegenotstand hat man schließlich auch keine Pause).
Und ich ärgere mich seit langer langer Zeit mal wieder, dass ich was im Fernsehen verpasst habe, weil auf YouTube bisher nur ein halbstündiges Best-Of davon zu sehen ist (Update: brauch mich nicht mehr ärgern, die ganze Sendung gibt's inzwischen in voller Länge auf joyn). Insgesamt aber eine in jeglicher Hinsicht beeindruckende TV-Aktion, die es sogar hinbekommen hat, gleichzeitig von ARTE und(!) RTL hoch gelobt zu werden. Das ist auch #NichtSelbstverständlich.

Pflege ist ein Thema, das uns alle betrifft, mitten aus dem Leben, und dennoch zu oft ganz am Rand der allgemeinen Wahrnehmung. Viele Themen im Leben bekommen erst dann den Stellenwert, den sie verdient haben, wenn man als Mensch die Gelegenheit bekommt sich in ein Leben hineinzuversetzen, das nicht zwangsläufig das eigene ist.


Da man nicht immer nur Netflix-Serien bingen kann, es im Jahr 2021 endlich einbettbare Mediatheken-Inhalte gibt (zumindest manchmal) und ich mir regelmäßig die doch noch guten, aber auch leider oft gut versteckten Fernseh-Inhalte raussuche, sammel ich hier ab jetzt mal alle Dokus, Shows, Filme oder was auch immer die letzten Tage so über meinen Bildschirm flimmerte in einer Rubrik. Ein unregelmäßiges TV-Best-Of quasi.
Los geht's mit der 1on1-Kurzstrecke von Pierre M. Krause, der eine sehr gut Gästeauswahl hat und u.a. mit Mai Thi Nguyen-Kim quatschend durch die Gegend schlendert. Karl Lauterbach hat es offenbar aus dem Lanz-Studio rausgeschafft und ist zur Kontaktperson vom Krömer geworden. Die 3Sat-Doku über Luisa Neubauer wurde gerade für den Grimme Preis nominiert und ist deshalb nochmal online. Die ARD-Doku über die unfassbar anstrengende Corona-Arbeit auf einer Intensivstation verdeutlicht nochmal, warum sowohl ein Lockdown als auch höhere Gehalter für Pflegekräfte dringend nötig sind. Der HR hat tatsächlich eine Schule in Deutschland gefunden, die komplett digitalisiert ist. Maja Göpel transformiert die philosophische Sternstunde in eine hübsche Utopie. Und Arte kifft sich mit einem grasgrünen Beitrag von Tracks durch die Popkultur.




...weiterlesen "Gemediathekt: MaiLab geht Krauses Kurzstrecke, Lauterbach bei Krömer, Luisa-Neubauer-Doku, Corona-Intensivstation-Doku, Homeschooling 2.0, Maja-Göpel-Philosophie, Cannabis & Popkultur"


Ich hänge internettechnisch derzeit hinterher wie so 1 Deutschland, aber Böhmi's Show feuert inzwischen so regelmäßig exquisite Rants auf alles, was dringend gerantet gehört, dass ich das ZDF Magazin Royale nach dem Wechsel ins Hauptprogramm inzwischen wieder sehr lieb gewonnen habe, aber trotzdem nicht hinterherkomm.
Nachdem u.a. die Influencer-High-Society, das deutsche Internetz und nun auch König Fußball satirisch zerlegt wurde, gab es in den letzten Wochen mit diesem wunderschönen Daft-Punk-Medley auch ein musikalisch hervoragend gemachtes Highlight. Schön, dass es in öden Pandemiezeiten wenigstens noch ein bisschen Qualitätsfernsehen gibt.