Ich mag ja Laberformate, bin aber im Fernsehen oft genervt davon, wie erschreckend wenig abwechslungsreich die Gästeauswahl ist und schalte ab, wenn immer die gleichen alten weißen Männer eingeladen werden. Neben Deep und Deutlich gibt es mit 13 Fragen aber mittlerweile noch ein Diskussionsformat bei den Öffis, das verstanden hat, dass Diversität auch Talkshows in jeglicher Hinsicht besser macht.
In der aktuellen Folge kommen sogar mal gleich zwei so called Promis aus meiner Bubble vor, weshalb ich euch an dieser Stelle einfach mal empfehle, El Hotzo und Aurel Mertz auf Twitter zu folgen, wenn ihr das nicht eh schon tut. Die haben in den letzten Monaten nämlich einen stabilen Pandemie-Grind hingelegt. Aber apropos Diversität. Checkt doch auch mal Salwa Houmsi bzw. Benz aus, die die Show normalerweise moderiert und nebenbei auch sehr gute Mucke-Mixe macht.


Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der das Schlimmste für uns mehr Kassenbons und eine Kinderchor-Diskussion waren? Man, muss die Welt damals schön gewesen sein. Das ZDF Magazin hat nun gestern für zwei Minuten immerhin die Oma aus dem Hühnerstall wieder aufleben lassen - und sie ins Krankenhaus verfrachtet. Bleibt zu klären, ob Tom Buhrow sich denn eigentlich schon für Corona entschuldigt hat. ¯\_(ツ)_/¯




Böhmi hat gestern in seiner Show das Prinzip der Gewaltenteilung final durchgespielt und mit dem gleichzeitigen Ende seiner Gangsta-Karriere nun Exekutive, Judikative und Legislative verdeutschrappt. Inklusive Haftbefehl. Zusätzlich nahm der POL1Z1STENS0HN höchstpersönlich die Polizei auseinander, die offensichtlich - für alle außer Horst Seehofer - ein Problem hat.


So richtig passt ein frohes Fest ja eigentlich nicht in eine Pandemie mit mittlerweile 1,5 Millionen Toten weltweit. Das Browser Ballett hat trotzdem schon mal versucht, in besinnliche Weihnachtsstimmung mit Mindestabstand zu kommen. Inklusive Drosten-Geschenkpapier und exponentiell wachsenden Adventskalender. Mehr von dieser phänomenal guten Satire-Show gibt es inzwischen übrigens sogar im Fernsehen bzw. in der ARD-Mediathek (Glückwunsch, Schlecki!).
...weiterlesen "Das Browser Ballett im Fernsehen: Besinnliche Pandemie"

Neben den United-We-Streams und einigen stabilen Botschaften der Columbia-Halle war das Letzte, was ich von den Berliner Clubs gehört habe ja, dass in irgendeinem großen Schuppen, der eine halbe Million Corona-Hilfsgelder bekommen hatte, zwei Corona-Partys aufgelöst wurden - was für mich schon alles wirklich sehr nach Berlin klang.
Dank Arte Tracks, die nicht nur auf jetzt noch illegaleren Raves unterwegs waren, sondern u.a. auch mal im MenschMeier nachgeschaut haben, in dem ich auch mal betrunken war, bin ich aber nun wieder auf dem aktuell nicht besonders gut aussehenden Stand.
Und na klar ist das Berghain zum Beispiel eine Kunstgallerie, weil Kunstgallerien scheinar nicht zur Kulturbranche, sondern zum Einzelhandel zählen und deshalb aufhaben (lel). So oder so hoffe ich ja trotzdem immer noch sehr, dass es 2021 noch alle Clubs gibt, in die ich dann irgendwann wieder ganz dringend rein will.

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Böhmermann bringt gute Satire zurück in eine Satire-Show und hat die humorvollen Corona-Spots der Bundesregierung so geflippt, dass einem das Lachen nun im Halse stecken bleibt, weil man stattdessen nur noch kotzen könnte.
Dennoch schön, dass das Magazin Royale offenbar erneut zu gewohnter Stärke zurückgefunden hat und wieder so hart trifft, dass es wehtut. Funfact: Inoffiziell ist das übrigens ein hervorragendes Satire-Battle zwischen TeamJan und TeamJoko&Klaas.

https://leavenoonebehind2020.org/

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Die gerade erst frisch erschienene Hulu-Doku über die "kleine" schwedische FridaysForFuture-Ikone, die das weltweit größte Movement zur Rettung unseres Planeten ins Leben gerufen hat, gibt's inzwischen auch schon in der ARD-Mediathek. Klimaaktivismus is great - but she is Greta.
...weiterlesen "Doku über Klimaaktivistin Thunberg nun in der ARD-Mediathek: I am Greta"


Böhmi ist zurück im Jahr 2020. Inklusive Ensemble und Freitagabendshow im großen ZDF und der ersten Ausgabe im Pandemie-Modus (als ganze Folge in der Mediathek). Premieren-Gäste waren u.a. der seriöse Nachrichtensprecher Spencer aus "Hallo Spencer" und der Komponist Hans Peter Baxxter, der zusammen mit dem Rundfunk-Zoom-Orchester-Ehrenfeld seine neue Ode an dieses so wunderschöne Jahr performt hat. Endlich wieder Hochkultur im Fernsehen:

Im Jahr 2020 ist es ja fast schon zynisch, einen schönen guten Tag zu wünschen, aber ich tu es guter Hoffnung trotzdem einfach mal und überlege, ob ich demnächst einfach jedes Gespräch in jedem Messenger mit diesem Bild beginne.


The Handmaid’s Tale. Einer der vielleicht stärksten und emotional härtesten Dystopie-Serien der letzten Jahre, die urprünglich auf dem US-Streamingdienst Hulu ausgestrahlt wurde und nun endlich auch for free in Deutschland läuft.
Und zwar auf Tele 5 (und in ihrer 5flix-Mediathek), die anscheinend nicht nur Trash-TV, sondern nun auch eine mit Emmys und Golden Globes überhäufte High-End-Quality-Produktion im Angebot haben, die die düsterste und abartigste Zukunft von Feminismus zeigt, die ich je gesehen habe.
Wobei das allergruseligste und bedrückendste an dieser Serie eigentlich ist, dass sie eben nicht in der Zukunft, sondern in einem hier und jetzt spielt, in dem diese verstörende Realität leider noch nicht mal unrealistisch wirkt. Und jede Folge euch dazu bringt, ein Patriarchat stürzen zu wollen.

Die preisgekrönte Serie von MGM Television basiert auf Margaret Atwoods gleichnamigen Bestseller, der Geschichte des Lebens in der Dystopie von Gilead, einer totalitären Gesellschaft in einem ehemaligen Teil der USA. Atomare Katastrophen, Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten haben zu weitest gehender Unfruchtbarkeit geführt.
Die Gesellschaft wird von machtversessenen Führern in einem neuen, militarisierten, hierarchischen Regime des Fanatismus und in neu geschaffenen sozialen Klassen organisiert, in denen Frauen brutal unterjocht werden und es ihnen unter anderem nicht erlaubt ist zu arbeiten, Eigentum und Geld zu besitzen oder zu lesen. Stattdessen sind die letzten fruchtbaren Frauen Eigentum bestimmter Männer.

Endlich mal wieder eine Show, in der nicht nur alte Menschen über ihre Vergangenheit sprechen, nicht nur Markus-Lanz-Fragen gestellt werden und ich tatsächlich mal jeden Gast kenne (außer den TikToker, da bin ich raus): deep und deutlich. Die neue NDR-Talkshow mit einer gut durchgemixten Runde und u.a. Aminata Belli und MoTrip als Hosts. So geht zeitgemäßes Fernsehen.