Die DSGVO kann mir gar nix, ich habe dieses Bild geteilt


Da quäle ich mich wochenlang damit rum, mich in rechtliches Gedöns für die DSGVO einzulesen, meine Datenschutzerklärung um drölfzig Seiten zu erweitern, IP-Speicherungen zu löschen und als Voll-Noob irgendwelche Tracker und Cookies aus meiner Seite zu koten (ich habe keine Ahnung, was ich hier tue). Und dabei hätte ich doch einfach nur ein Bildchen auf Facebook teilen müssen. Ich Dummchen.
Apropos. Hiermit widerspreche ich allen Gesetzen in jedem Land und kann mit sofortiger Wirkung tun und lassen, was ich will. Schönen Tag noch.

Manchmal haben die Beamten der EU wirklich Mitleid verdient. Seit Jahren arbeiten sie an neuen Regeln für den Datenschutz, um sie an die durch Internet und Smartphones geschaffenen Bedingungen anzupassen. Nach Verhandlungen mit Industrie-Lobbyisten, Datenschützern und Abgeordneten tritt am 25. Mai die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU in Kraft. 88 Seiten mit 99 Artikeln und 173 Begründungen, bestehend aus 50 339 Wörtern. Doch die Beamten in Brüssel haben nicht mit einem mächtigen Gegner gerechnet, der scheinbar über den Gesetzen steht: ein simples Bild auf Facebook.
Einmal auf den Teilen-Button gedrückt, schon gelten die Datenschutz-Regeln mit ihren 50 339 Wörtern nicht mehr und die jahrelange Arbeit der Bürokraten war umsonst. So scheinen sich das zumindest viele Nutzer vorzustellen. Auf Facebook wurde folgender "Widerspruch" bisher tausendfach geteilt. (Quelle: süddeutsche)

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