Da kommt einmal ein dünner blasser Junge statt einem Prof zu Wort und schon ist der Hörsaal rappelvoll: Böhmi war letzten Freitag beim SWR-UniTalk auf dem Campus in Mainz und sprach über Medien, Politik, Satire, Welt (ooh ooh eyooo!). Und Ein humorvolles Interview über ernste Themen mit einem sehr merkwürdig ausgewählten Thumbnail. Einer der wenigen 45 Minuten während einer Vorlesung, in der ich mal nicht kurz eingenickt bin.

Der alteingesessene Internet-Punk Sascha Lobo mit seiner alljährlichen Stunde über die Netzkultur. Diesmal geht's u.a. um digitale Stammtische, hochemotionale Algorithmen und Diskussionsmechaniken mit Rechtsextremen. Und ja, ich weiß, so richtig sympathisch wirkt er irgendwie nie. Für Netzjunkies wie mich ist das ja dann aber doch immer sehr bereichernd. Und inzwischen ist seine Rede auf re:publica ja auch hier ein bisschen Tradition. Zudem scheint er ja mit seinen Diskussionsdebatten im Netz dann doch hin und wieder was zu erreichen.

Zusätzlich noch das kleine Sozial-Experiment mit ihm bei ZDFNeo (manipulieren.de), wo ich bisher aber nur mal reingeguckt habe. Es geht um Manipulation.

Ein politisch engagierte Rapperin mit feministischen Zügen und ein vollblutassiges Straßenrap-Urgestein mit Macho-Attitude. Sookee und MC Bogy im Dialog über Gott, die Welt und Hip-Hop. Und ich liebe es ja, wenn so unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen und die Dinge bei 'nem Bierchen und 'nem Kakao einfach ausdiskutiert werden (ratet mal, wer was trinkt ;o). Denn wie es nun mal so ist, am Ende haben sie doch mehr gemeinsam als man denkt.

Marvin Game hat seit einiger Zeit ein kleines Interview-Format, in dem er regelmäßig Rapper einlädt, um mit ihnen in einer Karre ein paar Joints zu smoken und über Rap zu labern. Diesmal war Marteria aka Marsimoto in der Hotbox aus weißem Rauch und Obsttellern zu Gast. Und zur Feier des Tages gibt es ein paar goldene Tüten und ein paar Songs aus dem neuen Album zu hören. Chilliges Ding.


Wer den Durchblick über die Politik der Türkei verloren hat: Serdar bringt die ganze Erdogan-Story mal wieder auf den Punkt. Und ich finde es wieder mal ein bisschen witzig, dass der nicht ganz ernst gemeinte Bundeskanzerkandidat die Dinge sagt, die eigentlich ein ernst gemeinter Bundeskanzlerkandidat sagen müsste.

Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal sind gerade auf Promo-Tour für ihren Film Life unterwegs, den ich auch noch unbedingt sehen will. Und ich finde ja, Hollywood sollte mal über einen Buddy-Movie mit den beiden nachdenken. Ich würde ihn gucken (wenn's sein muss auch legal im Kino).

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Vor ein paar Wochen kam vom Zentralrat der Juden der Vorwurf des Antisemitismus gegenüber Kollegah, was wiederum zum Thema beim Neomagazin wurde als Kollegah dort zu Gast war und über seine Doku sprach. Daraufhin schlug Böhmermann ihm ein Gespräch mit den jüdischen Autoren Shahak Shapira und Kat Kaufmann vor. Das Resultat dessen ist nun online - und es ist eine spannende Talkrunde über Antisemitismus, Homophobie, Rap, Kunst und Satire, bei der eigentlich nur noch ein Falk Schacht dazugeholt werden müsste. Denn ein "guter" Sprecher für Hip-Hop fehlt mir hier in der Tat noch irgendwie.

Bei der Sache mit der Homophobie im Rap ist es zum Beispiel so eine Sache. Da ist es immer leicht, Rappern diesbezüglich etwas vorzuwerfen. Dabei wird aber oft vergessen, dass der Sprachgebrauch von Wörtern nicht im HipHop entsteht, sondern dort alles 1:1 von der Gesellschaft - real - abgebildet wird (wie ein Spiegel). Man spricht eben so "auf der Straße". Der Kern des Problems liegt von daher also ganz woanders. Da steh' ich ausnahmsweise mal eher auf der Seite von Kollegah. Auch wenn er nicht so wirklich gut rübergebracht hat, worum es eigentlich geht. Viel besser formuliert hat das meiner Meinung nach tatsächlich mal Fler (true story, bro):

"Das passt natürlich super in das Klischee, der Rapper hätte was gegen Schwule, Lesben oder Leute, die soft sind. Was die Leute nicht verstehen, ist, dass es Teil des Sports ist, dass wir Wörter wie 'Schwuchtel' benutzen. Ein Fußballer, der einem anderen Fußballer in die Beine grätscht, hat auch keine Körperverletzung begangen. Denn das war Teil des Spiels. Dafür bekommt er dann wahrscheinlich eine rote Karte, aber niemand ruft die Polizei. Vielleicht hätte der ein oder andere Rapper auch mal eine rote Karte verdient. Aber er ist nicht gleich schwulen- oder frauenfeindlich, nur weil er über 'Schwuchteln' rappt."

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Böhmermann & Schulz talken ab Sonntag wieder einmal die Woche in ihrer verrauchten Dunkelkammer auf ZDFneo. Optisch haben sich die Zwei zwar ein bisschen verändert (hier der Ursprung des Gags), das Konzept ist aber noch das gleiche. Und Sybille Berg ist auch wieder dabei.

Mittlerweile sind auch die Gäste der ersten Sendung bekant: Ben Tewaag (der im Knast gesessene Sohn von Uschi Glas), Laura Himmelreich (Vice), Schorsch Kamerun (Sänger der Goldenen Zitronen) und Rolf Pohl (Sozialpsychologe). ...weiterlesen "Schulz & Böhmermann geht am Sonntag wieder los und das sind die ersten Gäste"

Ein Interview mit dem Graffiti-Künstler Paco Sanchez aka AnusOne, der sowohl die Straße als auch Menschen und Plattencover verschönert und ein paar schöne Sätze über Hip-Hop loslässt. Im längeren Part geht's zusammen mit Niko von der Backspin eine Stunde lang durch Hamburg, um Pieces zu bestaunen. Subculture-Real-Talk, yo.

„Für mich ist Hip-Hop immernoch all die Disziplinen, all die moralischen und ethischen Wertvorstellungen, wie es damals gedacht wurde – gewaltfreie Konfliktsauseinandersetzung.“ 

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Schönes neues Talkformat bei Puls. Falk Schacht und Jule Wasabi plaudern ab jetzt jeden Sonntag ein Stündchen über die aktuellen Vibes und den neuesten Gossip im Deutschrap.

Schacht & Wasabi ist der Podcast über deutschen Rap – jede Woche unterhalten sich die beiden HipHop-Journalisten über die Themen, Trends und Tweets der Deutschrap-Blase. Sie bohren dicke Bretter, diskutieren Nichtigkeiten und geben einen Blick hinter die Kulissen des Rap-Zirkus in Deutschland.

PS: Und wer kein Rap mag, Fest & Flauschig geht seit heute auch wieder weiter.


Serdar Somuncu quatscht bei rap.de über seine diesjährige Kanzlerkandidatur für die PARTEI, Rap 2016 und den politischen Wandel unserer Zeit. Und ich hör' dem Mann ja auch 2017 noch gerne zu. Wählt Serdar. Er ist sehr gut.

Die letzte Folge, bei der ich am Ende ja irgendwas im Auge hatte, könnt ihr nochmal im Domiarchiv schauen. Oder euch nur den emotionalen Schluss angucken, in dem Domian seinen 43.000€ wertvollen Porzellan-Hirsch einpackt und das Studio abbaut, wie ihr wollt.

Auf dem Kanal wird 2017 übrigens jeden Tag eine Folge aus dem Archiv hochgeladen, die uns bis potenzielles Domian-Material bis 2024 liefern. Und zwar immer um 1 Uhr nachts. So ganz geht Domian, wie er schon sagt, also wirklich nicht. Ich wünsch' dem ollen Hemdenträger dennoch erstmal alles Gute. Auf Wiederhören, Domi!

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Die gute VisaVia hat dem Mann der Jahre lang immer zugehört, auch Jahre lang immer zugehört und einen LiebesAbschiedsbrief geschrieben, der alles nochmal ein bisschen schöner sagt:

So, Domian, reicht jetzt auch wirklich. Ich weiß, wir haben keine Zeit, die Sendung ist gleich vorbei. Vielleicht kann dein Psychologe mich noch kurz zurückrufen wegen meiner Adresse und  dann kann ich mit ihm darüber reden, ob es normal ist, wenn man teilweise fünf Stunden am Tag Domian hört und wie ich jetzt am besten mit meinem Verlust umgehe … Beim Schreiben all dieser Zeilen wären mir zwischendurch wirklich fast die Tränen gekommen, so krank das auch klingen mag. Aber ich stehe dazu.
Ab jetzt werde ich jede Nacht um Punkt 1 Uhr eine kleine Schweigeminute für dich und unsere kleine, nun irgendwie obdachlose Selbsthilfegruppe einlegen und mir ein kariertes Hemd überwerfen.
Live werde ich dich nie wieder hören können, aber zum Glück wurde das endgültige Ende für mich auf den letzten Metern nochmal auf unbestimmte Zeit hinausgezögert. Denn wie ich vorhin bei domianarchiv.de (ohne Spaß die meistbesuchte Seite auf meinem Handy) gelesen habe, wird es dort ab dem 10.01.2017 wöchentlich Domian-Sendungen geben, die vor 2003 gelaufen und bislang nicht online zu finden sind. Das hat mir den Abend gerettet. Und den Monat. OK. Das kommende Jahr. 

Danke für alles. Genieß die Stille und das Tageslicht. Du wirst mir fehlen. 

Gute Nacht, Domian.