Holunder aka der eine von Blumentopf hat für das Literatur-Format Rapper lesen Rapper die lyrischen Meisterwerke des Täublings neuinterpretiert - und statt einem neumodernen Autotune-Remix - alles schlicht und einfach vorgelesen. Deutschrap. Die einzig wahre Poesie. ;o)

Und ich feier das ganze Album vom Täubling ja sehr und gebe euch daher mal diese wunderschöne Playlist mit, die noch viel mehr textliche Glanzleistungen vom rappenden lila Hasen zu bieten hat. Diesmal mit musikalischer Untermalung:

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Es klingt etwas merkwürdig, aber seit ein paar Monaten verfolge ich den musikalischen Werdegang eines 16-jährigen Schulmädchens aus Korea, die ich in einer asiatischen Rap-Casting-Show für Kids entdeckt habe, da sie dort scheinbar regelmäßig alles rasiert: $and¥ 하선호. Und ich verstehe zwar kein koreanisch, mag aber ihren Flow und diese selbstbewussten Power-Vibes mit alles-scheiß-egal-Attitüde.
In den YouTube-Kommis verschiedener Videos wird sie als weibliche Youth-Stimme in einem sonst eher männerdominierten Business gefeiert, die zumindest nach Google-Translator auch nicht allzu viel von der überstrengen Arbeitsmoral in Korea hält, weil sie gerne auch mal schläft. Und das kann ich natürlich nur unterstützen.
Bisher gibt's nur die Teen-Swag-EP, dafür hat sie mit ihren Skills aber gerade wieder mal die Jury aus besagter Casting-Show kaputt rappt. Hoffe, da kommt bald mehr. Ich bin Fan.

Yo what I do
I choose 니 알빠 아냐 what I do
Student & a rapper
I produce ma life yeah I don’t give a fuck yeah (I don’t give a fuck about it)

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Aus Cyberpunk wird Cyberhiphop: Rapper im Jahr 2019 lassen sich bionisch upgraden, indem sie sich AutoTune-Implantate einpflanzen, um ihre Stimme per Knopfdruck am eignen HighTech-Körper wie ein Roboter klingen zu lassen. Für angeblich 250.000$. Und da es genug Menschen im Internet gibt, die immer alles glauben, gehen diese gar nicht mal so unkreativen Promo-Moves sogar ganz gut auf.
Ich mag die postillon'eske SciFi-News und frage mich währenddessen, in welchem Jahr es wohl die ersten Rap-Roboter geben wird, die sich Gesichtstatoos stechen und Stimmbänder einoperieren lassen, um wie Menschen zu klingen und das Game als Bionic6ix9ine zu übernehmen.

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Bin gerade fast vom Glauben an Hip-Hop abgefallen, als ich herausgefunden habe, dass es zum Swag bekehrte Christen-Kids gibt, die das next Cringe-Level von Deutschrap erreichen und mir einen Ohrwurm aus der Hölle verpasst haben. Mit einer cool falsch geschriebenen und natürlich englischen Version vom Kirchengäng(st)er, die so auch von Moneyboy hätte kommen können: "Chvrchies". Jetzt fühle ich mich ein bisschen schmutzig. Und denke an Bibelverse: "Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert!" (Psalm 137,9).

Endlich Sonntag, danke Gott
All day churchen - Vollzeitjob


Danach musste ich auch erstmal meine geschändete Hip-Hop-Seele reinigen, um meine Sünde wieder gut zu machen und hab' mir sofort nochmal die etwas glaubwürdigeren Geschichten der BHZ-Prediger aus dem heiligen Hoodparadies angehört. Um den göttlichen Rap-Shit wieder real zu keepen. Amen.

Nenn mich Winston, wenn ich an der Church Chill


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Und anstatt 'ner Ausbildungsstelle nehme ich im Rausch eine Pille,
Denn wir kriegen eh keine Arbeit - scheiß auf die Schule, man, ich dreh mir das Gras rein
Yo, was willst du Marlene Mortler - der Stoff macht uns high wie Raketenforscher

Hustensaft Flüchtling & Medikamenten Murat haben sich in eine Deutschrap-Clique integriert und triggern abschiebungswütende Deutsche mit ihren Songs vermutlich so sehr, dass Almans der Kopf platzt.

Yallah, ich kauf dir Schmuck von Steuergeld, denn ich weiß, es ist euer Geld

Aber 1. sollte man provokante Raptexte darüber, wie viel Drogen und Geld Rapper besitzen vielleicht nicht immer für bare Münze nehmen. Und 2. finde ich sogar ziemlich bemerkenswert, wenn es Kids schaffen, nach einer Flucht in einer völlig neu erlernten Sprache verständlich zu rappen, das Ganze mit Deutschrap-Humor aufzuarbeiten und durch dazu gedrehte Musikvideos dann auch noch die Zehntausend, die Hunderttausend und mit einem trashigen Sommerhit sogar die 1 Million Klicks zu knacken.
Wenn die zusammen mit Jonas Platin & Bruder Jakob produzierte Mucke weiterhin so gut läuft, müssen sie sich bald wirklich keine Ausbildungstelle mehr suchen, weil sie von ihren mit Autotune verbesserten Deutschkenntnissen leben können. That's still what I would call a gelungene Integration.

Ich mach' Ferien in Deutschland - Keiner will mehr heim
Komm' aus Syrien mit Kreuzfahrt - Vallah hier ist nice
Ich mach' Ferien in Deutschland - Steuern sind der Shit
Und wir spielen auf dem Bolzplatz heute einfach mit





Alex & Skinny von rap.de haben sich an einen Tisch gesetzt und haben das playlistige Deutschrap-Game 2018 analysiert, das erste Jahr, in dem Streaming mehr Umsätze gemacht hat als verkaufte CDs. Ab Minute 35 kommt Staiger dazu, der auch am Jahresrücblicktisch vom Splash!-Mag saß und die 3 sprechen über den mit einer Line zerstörten Echo und das ohne Deutschrap vermutlich nie so groß gewordene #WirSindMehr-Festival. Wer mit dem Sneaker-Part am Ende nix anfangen kann, skippt zu den Highlights.


Oldschooliges Fundstück aus einer Zeit, in der Graffiti & HipHop noch in den Kindersneakers steckten, langsam über den großen Teich kamen und auch in Deutschland allmählich ihre ersten Breakdance-Schritte machten.
Ein Meilenstein dafür war die Doku "Style Wars" (1983), die es 1985 scheinbar auch als deutsche Reportage unter dem sehr deutschen Namen "U-Bahn-Bild & Verrückte Beine" in die damaligen Fernsehbildröhren geschafft hat. Und das war  wahrscheinlich einer der Momente, in dem dieses "Hip Hop" das allererste Mal in deutschen Wohnzimmern lief (abgesehen von Gottschalks fürchterlichem Rap-Versuch). German HipHop-History.

Geisterhafte Bilder huschen auf quietschenden Rädern an Lampen vorüber. Bilder, die einst snobistisches Gallerie-Publikum in Entzücken versetzten, auf die Politiker ebenso wie ganz normale Menschen mit blanker Wut reagieren. Die Sprühdose - das Symbol einer neuen Subkultur. Dazu Breakdancing, Rapmusik - alles zusammen die grelle Szene des "Hip Hop".




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#Raptags ist ein Casting-Format vom HipHop-Label Chapter ONE, in dem MCs, Rap-Crews und Produzenten aus ganz Deutschland teilnehmen konnten, um am Ende einen Deal mit der zu Universal Music angeschlossenen Indie-Marke zu bekommen. Bewerbungsvoraussetzung war ein fertiger, mit Video performter und selbst geschriebener (das hier ist HipHop und kein Fake-Shit von fucking RTL) Song.

Nach den Juryvotings von u.a. Niko Backspin, Visa Vie & Nazar sind momentan nur noch 10 MCs, 7 Crews und 7 Produzenten übrig, die ihr aktuell bei HipHop.de voten könnt (meine Favorites hänge ich euch als sehr subtile Meinungsbeeinflussung gleich mit unten ran). Am Ende gewinnen ein einzelner Rapper, eine Gang und zwei Beatmaker. Viel Spaß beim Skippen & Diggen durch den deutschen Rap-Untergrund.



...weiterlesen "Castingshow für Rap-Newcomer: #Raptags – Voting – Die letzten 10 MCs, 7 Crews und 7 Produzenten"


808 Muzik und DONVTELLO keepen den Back-in-the-Dayz-Shit real und verscherbeln ihre Mixtapes noch stilecht auf echten und selbstbeklebten Kassetten. Das aktuelle Sunset Playa Tape könnt ihr euch aber auch ganz newschoolig bei Soundcloud geben, falls ihr auf gechillte Hip-Hop-Beats mit Oldschool-Vibes steht.


Dank Paul 🙂


Lance Butters kuschelt wie ein echter Rapper mit seinen plüschigen Pussy-Cats, Döll macht endlich ein dölles Solo-Album und Takt32 spendiert einen B52 gegen Marketing-Rap.

...weiterlesen "Musik-Vids-Mix: Lance Butters, Döll & Takt32"


Yassin bringt ein Album ohne Audio88 raus und besingt das Abendland mit schönen Metaphern, die die Dümmsten nicht raffen, Eunique heißt euch in ihren 4 Blocks willkommen und OG Keemo riskiert auf seinem Vorwort einen knallharten Seelenstripties.
...weiterlesen "Musik-Vids-Mix: Yassin, Eunique & OG Keemo"

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Smoothes und in nur 2 Wochen entstandenes Kollabo-Producer-Album der zwei Boombaptisten aus Deutschland. Figub Brazlevič & Klaus Layer machen dopen Multikulti-Shit und versammeln auf ihrer gemeinsamen LP Rapartists mit unterschiedlichen Styles, Swags & Sprachen. Frischer produzierter Hip-Hop mit international Vibes für ein damit auf jeden Fall etwas chilligeres Wochenende. Und das mach' ich mir jetzt damit auch.