Kennt ihr diese Artikel, in denen explizit die einzigen weiblichen Rap-Stars unter der Rubrik "Female" vorgestellt werden, um zu zeigen, dass es immerhin 10 nicht männliche Gesichter im HipHop gibt? In Deutschland bestehen diese Listen seit einigen Jahren meist abwechselnd aus Cora E., Sabrina Setlur, Sookee, Lady Bitch Ray, Schwesta Ewa, Haiyti, Nura und/oder Juju, Namika, Eunique und neuerdings auch mal aus Shirin David, Pilz, Hunney Pimp, Mavi Phoenix, Ebow, Antifuchs und Loredana. At absurdum geführt hat es dann Lina, die in ihrem schön Projekt und jetzt Label 365 Tage lange neue Rapperinnen gepostet hat (hier als spotify-Playlist).
Denn mittlerweile lässt sich schon allein aus den letzten paar Monaten eine ganze Deutschrap-Newcomer-Playliste ohne Männers basteln, in der man das Geschlecht nicht mal erwähnen müsste. Und ja, ich weiß - es gibt jede Menge sexistische Scheiße im Rap - aber wenn HipHop wirklich sowas wie der Speigel der Gesellschaft ist, empfinde ich diese weibliche Next-Gen-Welle als ein ziemlich gutes Zeichen.
Selbst wenn der ein oder andere das auch damit begründen mag, dass HipHop dank anhaltenden Autotune-Hypes immer melodischer wird und dieser Effekt weiblichen Stimmen einfach gut in die Karten des Rap-Games spielt. So oder so, meinen Ohren gefällt's jedenfalls. Namedropping-Finish, weil es am Ende trotzdem eine Liste bleibt: badmómzjay, Genuva, Rote Mütze Raphi, Hava, Liser, Taby Pilgrim, KeKe, Layla, Fairuz & Haszcara.






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Anscheinend kann AI inzwischen auch sowas wie Kunst machen: ein Algorithmus wurde mit Songtexten und Videos von Travis Scott gefüttert und hat anschließend eine digitale Kopie des Rappers erstellt. Inklusive Deepfake-Musikvideo, einen durch neuronale Netzwerke produzierten Beat und einen von einem Autotune-Bot eingerappten Song.
Der Text ist zwar völliger Nonsense und völlig random zusammengesetzt, wenn man nicht genau hinhört, fällt das aber eigentlich kaum auf. Zumal es heutzutage nicht wenige Rapsongs gibt, deren Lyrics gar nicht so viel anders klingen. Mal gucken, wann Travis Bott sein erstes Album rausbringt und damit als 3D-Hologram auf Tour geht.

This song was made by Space150, a creative and technology agency.
"We exist to put brands on the forefront of culture and technology, to help them keep up, get ahead and stand out. We destroy convention to create demand."


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Auch im Osten waren damals nicht alle Punks. Manche waren sogar vor den 90ern Teil einer noch neueren Subkultur. HipHop. Eine MDR-Doku straight outta DDR, in der ihr breakende, sprühende und rappende Ossis aus den 80ern bestaunen dürft. Schönes HipHop-Dokument aus einer Zeit ohne Autotune - aber mit Diktatur.

„Die winzig kleine geschützte Welt DDR hat mir erst die Möglichkeit verschafft, ein bunter Vogel zu sein“, Bernhard Beatschmidt aus Dessau wurde, wie viele andere, 1983 mit dem Hip-Hop-Virus infiziert.

Als die ersten Bilder von amerikanischen Breakdancern über das Westfernsehen hinter den Eisernen Vorhang schwappten, fingen in der DDR von der Ostsee bis ins Erzgebirge junge Menschen an zu tanzen – auf öffentlichen Plätzen und Straßen – argwöhnisch beäugt vom Staat, von der Polizei vertrieben und sogar inhaftiert.

Doch ein paar Jahre später war Hip-Hop mit Breakdance, Rapmusik und Grafitti im sozialistischen Staat salonfähig. Das DDR-Fernsehen schmückte sich stolz mit dieser Jugendkultur. „Wir wurden sogar benutzt“, meint Mike Dietrich aus Leipzig. Doch mit dem Mauerfall zerfiel auch die Hip-Hop-Szene der DDR.

„Back in the days“ erzählt ein kaum bekanntes, aber schillerndes Stück DDR-Geschichte. Breakdancer, Musiker und Sprayer der damaligen Zeit berichten von Grafitti in der NVA, Schmuggelware aus dem Westen, selbstgestalteten Klamotten und von einer bunten Republik im grauen Alltag. Die Dokumentation präsentiert bisher nicht gezeigte Amateuraufnahmen aus den Anfängen bis hin zu den großen Fernsehshows der DDR gegen Ende der 1980er.


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Himmelsmusik: Nächste Woche kommt ein neues bisher unveröffentliches Album von Mac fuckin' Miller raus und die erste Single gibt's bereits heute als schickes Musikvideo auf YouTube. HipHop is still don't dead and never will be.


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Traditionell ploppen in den Tagen zwischen den Jahren immer drölfzig verschiedene Deutschrap-Jahresrückblicke auf YouTube auf und ebenso traditionell gucke ich mir einen nach dem anderen an, weil ich sowohl Deutschrap als auch Jahresrücklicke manchmal doch ganz gerne habe. Besonders, wenn es eine so sympathische und gemütliche Stammtischerunde mit stabilen Leuten aus der HipHop-Bubble ist, die in dem Fall bei deinen Homegirls das Best-Of-2019 bequatschen und wie ich immer noch das Album von Tua abfeiern. Bester HipHop-Rewind des Jahres bisher, wie ich finde.

Visa Vie, Alex Barbian, Juicy Gay und Zino zu Gast beim Jahresrückblick der Homegirls! In gemütlicher Atmosphäre lassen Helen Fares und Josi Miller das Jahr 2019 Revue passieren. Im ersten Akt kocht die illustre Deutschrap Runde vegane Bolo á la Morlockk Dilemma und spricht über Festivalmomente, Emanzipation weiblicher MCs und Cancel Culture im Deutschrap. Im zweiten Akt dinieren die 6 Rap-Freunde gemeinsam Bolo, während sie über die besten Alben und Songs des Jahres sinnieren. Außerdem wird über Fanmomente mit Otto, das Ende des allerletzten Interviews und die verheißungsvollsten Newcomer gesprochen.



Nach Weihnachten ist vor Weihnachten und so manch ein Geschenk kommt ja schon mal mit etwas Verspätung an. So wie dieses weihnachtliche HipHop-Paket, in dem der Weihnachtsmann die Weihnachtsperson in einer verbalen Zerfickerei gegen den Grinch antritt. Und zwar in der Battlerap-Bundesliga (Wortakrobatik ist auch ein Sport). Beef und Zoff gehören ja schließlich auch zur besinnlichen Zeit dazu. ;o)


Deutschrap hat jetzt scheinbar auch einen Ali G. Fler und Sido waren zu Gast beim grandiosen Mr. Rap, der Deutschrap-Interviews ganz trocken und lockereasy auf das nächste Level der Fun-Skala wuppt. Comedy-Gold für HipHop-Nerds.


Das allerletzte das allerletzte Interview: Moderatorin und inzwischen fleißige Buchautorin Visa Vie hat aus dem Nichts das dritte und finale Kapitel ihres Hörbuch-Krimis rausgebracht, das biographisch angehauchtes Insiderwissen of Deutschrap aus der weiblichen Perspektive einer Serienmörderin erzählt. Mordfantasien, Sexismus, Rache, viele Anekdoten über Rap und eine subtile Abrechnung mit der deutschen Hip-Hop-Szene.

Clara hat einen Plan - einen mörderischen Plan. Sie will den erfolgreichsten Rapper des Landes in einem letzten Enthüllungs-Interview bloßstellen und ihn im Anschluss umbringen. Die Herausforderung: Mit Deutschrap hat sie absolut nichts am Hut. Die Lösung: Sie schleust sich als Moderatorin bei einem der größten HipHop-Magazine Deutschlands ein und infiltriert die Szene.
Schafft sie es, ihren Plan in die Tat umzusetzen? “Das allerletzte Interview” ist eine Crime Story von Visa Vie. Die Personen und die Handlung sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.


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$andy, das rappende mittlerweile 17 Jahre alte Schulmädchen aus Süd-Korea hat inzwischen ein Label gefunden und bringt demnächst ihr erstes Album (leider noch ohne Release-Termin). Die Teenswaggerin mit dem stabilen Flow und der Scheiß-egal-Attitude machte sich in einer asiatischen Rap-Casting-Show für Kids ihren Namen und hält laut Google-Translator und YouTube-Kommentaren nicht allzu viel von Business-Fuzzis, Fashion-Opfern und 40-Stunden-₩ochen in der Schule, weil sie zum Beispiel lieber schläft, chillt oder irgendwas mit Beats macht (Angaben ohne Gewähr).


Mehr habe ich nach einer ganzen EP und etlichen Freetracks aber auch noch nicht verstanden - dafür aber die mit HipHop getränkten Vibes umso mehr gefühlt. Und ich glaube, wir werden von Sandy aka 하선호 so einiges hören (zumindest hier im Blog ;o). Ich bin auf jeden Fall schon Fan - und echt gespannt auf ihre Platte. This gurl is on fire.

Comic Sans has feelings too.




Der Täubling. Eine untergrundperlige Deutschrapmische bestehend aus einem Cro auf Crack, einem kiffenden Kafka und einem taktvollen Taktlo$$. Pornöse Poesie mit melancholisch vor sich hin kotzender Herbststimmung und einem September im November.


Der aktuelle Star am ukrainischen Rap-Himmel: Alyona Alyona. Eine auf'm Dorf aufgwachsene Kindergärtnerin mit viel Selbsbewusstsein, Humor und Power, die angeblich weniger über Autos und Goldketten und dafür mehr Umweltprobleme, Bodyshaming und Mobbing rappt. Klingt gut. Und zwar anscheinend nicht nur für mich, sondern auch fürs Reeperbahn-Festival, bei dem sie bereits den Anchor Award als beste neue Künstlerin eingesackt hat. Hier die Begründung der Jury: Fuck Stereotypes. 🖕

In a word: wow. Massive, dynamic drive put to dark, pumping beats. Alyona alyona is already a role model in Ukraine - and she’s only in her late 20s. Her videos, in which she proudly dances as the queen of the street in front of the housing projects of her hometown Baryshivka, or stages herself as a fairytale matriarch in a dystopian world, have millions of viewers.



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Deutschrap goes international. Im Boiler Room in Sachsen, am vergangenen Mittwoch. Mit von der Party waren beim Leipziger HipHop-Allerlei u.a.: Die Orsons, Haiyti Lgoony, DJ Craft (K.I.Z.) und meine Lieblings-Ex-SplashMag-Moderatorin Miriam Davoudvandi aka Cashmiri. Gutes Live-Set-Material für ein stabiles Deutschrap-Wochenende, yo.