Mein Highlight aus der letzten Folge vom Deutschrap-Podcast neben der E.T.-Single, dem Haftbefehl-Folks-Cover und dem deutschen Hard-Knock-Life-Sample, das später zu einem Song für ein Flüchtlingskind wurde: Matthias Hanselmann.
Einer der allerersten Rapper aus Deutschland, der sich 1982 selbst zum King of Rap in Berlin ernannt hat. Einfach, weil es keinen anderen gab. Nach nur einem Song beendete er aber offenbar seine Rap-Karriere, interviewte 35 Jahre später Kool King of Rap Savas und hat ihm - warumauchimmer - nicht mal was davon erzählt. Dabei kann der Track sich für sein Alter sogar hören lassen. Nachdem er auf Insta hochgeladen wurde zumindest. Danke Falk.


Gestern gab es bei den BET HipHop Awards zum ersten Mal eine Freestyle-Cypher. Der gute alte Eminem nutzte seine 4 1/2 Minuten, um pausenlos Lines gegen Präsident Covfefe zu schießen. Ein lyrisches Massaker, bei dem es auch für mich nur eine Seite gibt. Hip-Hop. One Love. And Truck Fonald Dump (and fuck censorship, too).

“Any fan of mine who’s a supporter of his, I’m drawing in the sand a line—you’re either for or against. And if you can’t decide who you like more and you’re split on who you should stand beside, I’ll do it for you with this: fuck you.”

via


Die Stadtwerke in Offenbach säubern neben der Hood nun auch noch das HipHop-Game und bewerben ihre neuste Kampagne für Mülltrennung mit Rapper Tao aka dem Biobabo. Und das Ergebnis ist ausnahmsweise mal kein Trash, sondern klingt sogar ziemlich fresh - denn ich rolle mit meinen Resten!

Dreieinhalb Jahre sind vergangen, seit die Biotonne in Offenbach eingeführt wurde. Doch so ganz angekommen ist sie noch nicht. Vor allem Bewohner großer Wohnanlagen nutzen sie zu wenig. Das will der ESO mit einer neuen Kampagne ändern: Ihr provokanter Slogan: „Die Zukunft ist im Eimer“. (op-online)


Eigentlich 3 Jahre alt, passt aber aktuell wieder wie der Edgar auf diesen Beat. Sehr gut nämlich. Der vermutlich beste Wahl-Song, der jemals geschrieben wurde. Und schon wieder ein Rapper, den ich sofort wählen würde.

Lyrics:

Wer hat genug von den Wichsern die unsere Welt regiern?
Wählt mich und ich sorg dafür dass alles besser wird
Ich strukturiere um, und zwar weltweit
Stell nur noch Taubstumme und Analphabeten bei der NSA ein
Ich erfind das Gerät aus dem Men-In-Black-Film
Und lösch die letzten 3 Samy-Alben aus deinem Gedächtnis, zack!
Ich privatisiere Wasser, aber nur solange bis
Die gesamte EU-Kommission verdurstet ist
Ich kämpfe für meinen Traum und mach MoneyBoy.tv zu nem bundesweiten Sender im TV
Suche ein paar Monsanto-Mitarbeiter auf und führe an den Wichsern Waterboarding mit Sojamilch aus
Ich fahr mit paar Pistolen und Giftgas zu den Sarrazins um ihre Vermehrung zu verhindern
Jedem der gegen Homosexuellenrechte votet, entzieh ich sowohl das Ehe- als auch das Adoptionsrecht
Ich stürm die Bild-Zeitungs und Bravo Redaktion
Und lass dann beide umbenennen in "wer das liest ist doof."
All die Verschwörungen nehmen jetzt ein Ende
Denn ab jetzt misch ich nur noch THC in die Chemtrails

Ich versprech dir das blaue vom Himmel, (Wähl mich!)
Ich mach auf Kumpel, denn ich brauch deine Stimme, (Wähl mich!)
Ich betör' dich, ich raub deine Sinne
Ich erzähl dir was du hören willst, denn ich brauche deine Stimme! (Wähl mich!)

Wie ich das Problem mit dem Nestlé-Konzern löse?
Indem ich jeden Angestellten beim Nestlé-Konzern töte
NPD-Anhänger kriegen dank mir eine Zwangskennzeichnung
In Form von aufgenähten Hakenkreuzen an der Kleidung
Ich kämpfe für 'ne bessere Welt
Biete Sterbehilfe an für jeden Redakteur bei RTL
Führe 'ne Ausländerquote ein auf jedem Spielplatz
Und sorg dafür dass Serdar Somuncu nie wieder Musik macht
Wähl mich und du siehst Wunder werden wahr
Auf deinem MacBook erscheint nie wieder das Regenbogenrad
Ich hab nen Plan: Sowohl die Bibel, als auch der Koran
Stehen dank mir in Buchhandlungen bei den Fantasy-Romanen
Jeden der gegen den Bau von einem Asylantenheim ist
Schick ich auf einem Flüchtlingsboot in das Bermudadreieck
Ich kann dafür sorgen, dass alle Menschen gleich sind
Weil mir alle Menschen gleich sind

Normalerweise kommt in solchen Formaten, wo Rapper nur mal ein paar Lines droppen sollen ja nur eins raus: ein mittelmäßiger Track über das eigene große Ego.
Der gute Tom Thaler nutzt seine Zeit vor der Kamera da allerdings maximal effektiv. Er beweist, dass er flowen kann wie ein Bach und kickt gleichzeitig ein politisches Statement gegen Rechts, das ich ziemlich genau so unterschreiben würde. Fast ein bisschen schade, dass man ihn nicht wählen kann. Wäre für die Hip-Hop-Partei sicher ein guter Mann.

Sag mir, was ist dein Punkt? Angst führt zu Hass und der Hass macht dich dumm.


Ein paar neue Musikvids zum Wochenende: Zugezogen Maskulin entfremden sich von Uwe & Heiko, Sookee stellt sich nicht mehr als Freundin von irgendjemandem vor und Jace trappt wie MacGyver basteln kann. Mit freundlichen Grüßen an eure Ohren.


Ein Newcomer aus Hamburg mit freshem Style, der aus dem Umfeld von Ace Tee kommen soll. Und es würde mich nicht wundern, wenn der Song hier auch ein kleiner Hit wird. Ify Knows. Weißte bescheid.


Von wegen Deutschrap is' alles nur Kindergarten. Lil' David Nine ist schon mehr als 2 Jahre in der Schule und macht, dass Battlerap in Deutschland wieder in den Kinderschuhen steckt. Inklusive Robby-Bubble-Sekt in der Hand.
Und auch, wenn ich es etwas befremdlich finde von einem 9-jährigen das Wort "Bitch" zu hören - seine Hausaufgaben hat er scheinbar gemacht (oder sich zumindest von den richtigen Personen helfen lassen). Klarer Sieg, oder?


Neue und ziemlich gute Folge vom Deutschrap-Podcast mit Falk Schacht & Jule Wasabi (und Felix Krull), den ihr diesmal nicht nur hören, sondern auch sehen könnt.
Neben dem Storch-Bushido-Tweet finde ich vor allem die Diskussion rundum die aktuelle Zensur-Maßnahmen von Google bzw. YouTube spannend, die keine Monetarisierung jeglicher anstößigen mehr Inhalte erlaubt. Der erste Schritt in Richtung Belanglosigkeit, der auf hiphop.de nun dazu führt, dass in Songtexten Wörter weggepiepst werden. Und ich dachte ja, damit hätten wir Ende der 90er schon abgeschlossen. Schon wieder so ein Comeback, das nicht hätte sein müssen.


Ihr habt vermutlich schon von ihr gehört: Die Urbane (kurz: du.) aka die erste Hip-Hop-Partei. Und einen ersten Wahlwerbespot - vermutlich der erste mit Turntables - haben sie inzwischen auch. Und ein mittlerweile relativ gut ausgearbeitetes und immerhin über 20 Seiten langes Wahlprogramm, das ich gerade mal ein wenig durchgeblättert habe.
Die Urbane ist grundsätzlich sehr weit links. Sie kämpft für ein multikulturelles Europa und gegen jede Form von Diskriminierung, möchte nicht noch mehr Überwachung, befürwortet das Bedingungslose Grundeinkommen, spricht sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aus, versucht etwas gegen Gentrifizierung zu tun und setzt auf ein verstärktes Kulturprogramm aus Hip-Hop-Elementen als Bildungsmaßnahme.
Klingt eigentlich alles gar nicht so schlecht, dafür, dass die Partei erst am 1. Mai diesen Jahres gegründet wurde (u.a. von Dra-Q). Auch wenn da natürlich noch einiges an konkreten Plänen ausgearbeitet werden müsste.

Meine Sympathien hat du. jedenfalls schon dadurch, dass sie Songzitate von Nas und M.I.A. in ihrem Programm verwendet und in fast allen Punkten das Gegenteil von dem will, was die AfD vorhat. Da ist es eigentlich ein bisschen Schade, dass sie zur Bundestagswahl nur in Berlin auf den Stimmzetteln stehen wird. Vielleicht sieht das ja aber in vier Jahren schon ganz anders aus. Stay tuned.


Bisher habt ihr von Hyperbole's Straßenwahl vermutlich nur das Foto von der Storch und Bushido mitbekommen, auf dessen Folge wir allerdings noch warten müssen (hier die Stellungnahme dazu, bevor ihr euch empört).
Zwei Episoden könnt ihr aber trotzdem schon sehen. In der ersten traf Massiv auf Anton Hofreiter von den Grünen und in der neuesten spricht Disarstar mit von der FDP. Und allein in diesen nicht mal 15 Minuten werden schon mehr kritische Fragen gestellt als letztens im "kleinen" 2-stündigen Desaster-Wahlduell auf Sat1. Spannendes Format. Mal gucken, ob auch jemand von der Urbanen Hip-Hop-Partei am Start ist.


Eigentlich passen der perverse Text und der chillige Beat nicht so richtig zusammen. Uneigentlich beißt es sich aber so sehr, dass es doch wieder passt. Und auf absurde Weise klingt das Reggae-Remake vom Sido-Klassiker sogar irgendwie verdammt gut.
Vielen Dank für diese sich ins Ohr bumsende Hook, GReeeN. ( ͡° ͜ʖ ͡°)