Das Y-Kollektiv gibt einen weiteren Einblick in die schöne neue Welt vom Anglizismus des Jahres, der vielleicht nicht nur wie ein Virus klingt: Influencer. Die Doku präsentiert euch das für mich nicht wirklich beneidenswerte Insta-Life, in dem ihr hauptsächlich zu Marken mutierten Menschen begegnet, die vor allem über eins reden: sich selbst.

Sie spülen uns massenhaft Werbung und Productplacements in die Instagram- und Youtube-Timeline. Sie sind die neuen „Promis“ und Litfaßsäulen zugleich. Am liebsten tummeln sie sich auf glamourösen Events, Fashionshows und roten Teppichen.
All das wird natürlich über die Social Media Kanäle gepostest, um ihre Follower up-to-date zu halten. Ganz selten lassen sie sich in die Karten schauen und mit der Kamera begleiten, da sie Angst vor negativer Berichterstattung haben. Dennis Leiffels war fast eine Woche mit einigen Influencern unterwegs.
In einem Tiroler Luxushotel trifft er das russische Model Viki Odinctova (4,6 Millionen Follower), die für ihren Aufenthalt ordentlich abkassiert. GNTM-Kandidatin Neele Bost begleitet er auf die Berliner Fashionweek und nimmt an einigen Fashionshows teil. Ein sehr „authentischer“ Einblick.


Eine SpiegelTV-Reportage aus dem Jahre 1997, die mit jeder gesehenen Minute noch absurder wird als alles ohnehin schon ist. Zwischendurch sieht man einen Generalkonsul stolz über "richtige Holländer" referieren, der damit offensichtlich einen Verwandten der New Kids meint, der halbnackt zu Techno hin und her wippt während er im Pfahlsitzen gegen einen Deutschen antritt. Könnte fast vom Postillon sein.

Der Freizeitpark erwacht, die Spaßgesellschaft ist finster entschloßen sich zu amüsieren. Jegliches Getier löst nur noch ein müdes Lächeln aus. Endlich mal was anderes, der Homo sapiens auf dem Marterpfahl!

PS: Falls ihr wissen wollt, wer diese historische Schlacht am Ende gewann.

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YouTuber Rob Bubble und der WDR haben ein bisschen an Instagram rumgeschraubt und mit Bots innerhalb von nur einer Woche einen Influencer "gebaselt", der am Ende Werbeangebote im Wert von fast 3000€ bekommen hat. Und ich bin vom Ergebnis nicht wirklich überrascht: die Fassade der schönen neuen Welt ist nur eine Fassade. And the Insta-Cake is a lie. ...weiterlesen "Fake-Influencer – Ein Instagram-Experiment vom WDR"


Eine bedrückende Doku über den wohl letzten NS-Prozess aus Deutschland, bei dem erstmalig Virtual Reality im Gerichtssaal zum Einsatz kam. Um zu beweisen, dass der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning nicht "nichts gewusst" bzw. "nichts gesehen" hatte, ließ man nämlich seinen damaligen Wachposten im KZ von Ausschwitz virtuell nachbauen. Dadurch konnte er schließlich zur Beihilfe des Massenmordes für schuldig gesprochen werden.
Der Täter selbst trat seine Strafe allerdings nie an, da er vorher verstarb. Eine Genugtuung für die Hinterbliebenen der Opfer war es trotzdem.

Like many Nazis who never faced justice, the now elderly Hanning claimed he was not aware of what was happening inside the concentration camp. And like many, he had been living a normal life in Germany since the war — until a major war crimes policy review opened the door to try Hanning as an accessory to at least 170,000 deaths.


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Ein Live-DJ-Set der Stars aus Diggin' the Carts (die Doku über die gute alte Videospielmusik von SEGA, Nintendo & Co). Japano-Retro-Game-Sounds der 80er und 90er, die mit maximal 32-Bit komponiert wurden und trotzdem heute noch im Club bestehen können.

Red Bull Music Academy Los Angeles kicked off their "Diggin' in the Carts" World Tour, with the first performance at The Regent Theater in Los Angeles. Headliner performers include Yuzo Koshiro (古代祐三) and Motohiro Kawashima (川島基宏), both masters of the Sega MegaDrive FM synthesis IC, the Yamaha YM2612, and created some of the most memorable music in the 16-Bit console era.

...weiterlesen "Videospielmusik-DJs: Diggin’ in the Carts – Live Set"


Polybius. Ein Spiel aus dem Jahr 1981, das angeblich Epilepsie verursachte und sogar Menschen zum Selbstmord geführt haben soll. Und produziert wurde es den Angaben nach von einer deutschen Firma namens Sinneslöschen.
Jedenfalls einer Urban Legend zufolge, die sich so verselbstständigt hat, dass sich das Spiel in der Popkultur verankert hat. Und jetzt hat eben jene auch noch eine so auf Netflix laufen könnende Doku von Ahoy, die in 2 Monaten immerhin schon knapp 2 Millionen Menschen bewundert haben. Der Mythos lebt - und bekommt ein 1up.

PS: Es existiert nicht, spielen könnt ihr's aber trotzdem. Hier geht's zum Download, wenn ihr euch traut. ;o)


Es zählt seit Jahren zu meinen Lieblingsalben und war damals eindeutig seiner Zeit voraus. Burial und sein Masterpiece-Album Untrue, das dieses Jahr inzwischen schon sein 10-jähriges Jubiläum feiert und deshalb auch nochmal ein kleines Making-Of bekommen hat.
Ich muss jetzt allerdings erst nochmal dieses wunderbare Stück musikalische Zeitgeschichte durchören, das meine Ohren immer ganz melancholisch werden lässt.

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Eine roadtrippige Dokumentation von Matti Cordewinus über drei durch Osteuropa tourende Trainwriter aus D-Land, die heute noch den Zug malen. Ein Graffiti-Film, der wie ein kleines Abenteuer klingt, das ich mir durchaus anschauen würde. Und kann man - hier - als Crowdfunding-Projekt unterstützen, damit wir ihn zu sehen bekommen.

„Einen Monat lang reiste ich mit drei Trainwritern in einem VW Passat durch den Osten Europas. Entstanden ist ein 80-minütiger Dokumentarfilm (Rohschnitt), der in seiner Form ebenso ein Spielfilm sein könnte. Mit dieser Kampagne möchte ich den Versuch wagen, einen Teil der Postproduktion sowie die Veröffentlichung zu finanzieren.

Alex, Henne und Ivan machen Urlaub in Osteuropa. Bald wird klar, dass die drei Freunde nur auf eines geeicht sind: Wo steht der nächste Zug? Wie kommen wir ungesehen heran? Wie ungeschoren davon?

GRENZGEBIET handelt von Menschen, die sich auf das Besprühen von Zügen spezialisiert haben, von Freundschaft, von Zweckgemeinschaft, vom Leben auf leichtem Fuß. Dabei verzichtet der Film auf das Ablichten von Graffiti, auf Maskierungen sowie auf Interviewsituationen, nicht jedoch auf schweißgebadete Gesichter, authentische Dialoge und Grenzerfahrungen.“

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Eine zu 90% finanzierte Doku (über Indiegogo) über die 90's-Serie mit dem garstigen Chihuahua und der fetten Katze. Ren & Stimpy. Die erste Zeichentrickserie, die (zumindest mit einer Folge) zu krass fürs Fernsehen war. Und alleine aus Nostalgie-Gründen hab' ich da ja schon Bock drauf. Ich besorg schon mal das Pulvertoast fürs Popcorn.

...weiterlesen "Happy Happy Joy Joy – The Ren & Stimpy Story"


Vom Pussygrabben für den kleinen Mann auf der Straße bis zum gut durchgekneteten Propaganda-Pimmel. Die e-regierende Porno-Politik der Partei lief gestern als halbstündige pornöse Doku bei Tele5.
Und wenn ihr im Nachhinein Lust darauf bekommen habt, könnt ihr euch nun auch in der Mediathek davon beglücken lassen. Hier der Link zur Pornewmentary. Guckt sie euch an. Sie ist sehr gut.
Die Partei auf Tele 5 ( Mediathek )

Am 1. September rief der Partei-Chef von Die PARTEI Deutschlands Sender auf, sich um die Doku „zum niveaulosesten Wahlkampf aller Zeiten“ zu bewerben. Nach zähen Verhandlungen hat TELE 5 sich nun die Ausstrahlungsrechte an der Pornewmentary gesichert. Warum? „Die verlogene Politik der Rechts- und Linkspopulisten kann am besten mit Satire behandelt werden. Ernsthafter Journalismus hat hier längst versagt.“
Am 24. September 2017 ist es wieder soweit: In Deutschland wird ein neuer Bundestag gewählt. Langweilig, weil Merkel sowieso wieder gewinnt? Weil alle Parteien die gleichen Allgemeinplätze und Phrasen verwenden? Nein, eine kleine Splitterpartei, mit dem programmatischen Namen „Die PARTEI“, wird nach ihren Vorbildern Putin, Trump und Kim Jong-un absolut neue Maßstäbe in Sachen Wahlkampf setzen.
Mit einem reinen Sexwahlkampf wollen die beiden Spitzenkandidaten Martin Sonneborn und Serdar Somuncu ihre Wähler überrollen.

PS: Und weil sich gerade wieder alle beschweren, dass eine Satirepartei angeblich allen die Wähler klauen würde und sowieso nicht richtig wäre, hier mal das Statement eines sehr guten Partei-Mitglieds dazu:

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Raving Iran - Mediathek
Endlich online: Raving Iran. Die Doku, die sich der im Iran verbotenen Techno-Szene und zwei DJs widmet, die entgegen den absurden Regeln der Regierung ihrer Leidenschaft nachgehen: Musik.
Ein Film über Kunstfreiheit, einen ernüchternden Kampf gegen ein Regime und einer, von dem die Welt immerhin mal behauptet hat, dass man niemals die AfD wählen würde, nachdem man ihn gesehen hat. Von daher: alle gucken, los! ;o)

Hier der Link zur 3Sat-Mediathek.

"Diese Art von Musik wird nicht geduldet, nur klassisches Klavier und traditionelle Musik sind erlaubt. Elektronische Musik von DJs ist generell verboten."
Das sind die letzten Worte, welche die House-DJs Anoosh und Arash im "Ministerium für Kultur und islamische Führung" in Teheran zu hören bekommen. Eigentlich sind sie hier, um ihr DJ-Kollektiv registrieren zu lassen. Damit sie öffentlich auftreten und endlich ihr Album auf den Markt bringen können. Doch sie scheitern kläglich. Der Beamte läuft davon. Das Gespräch ist beendet.
Diese Szene aus dem Dokumentarfilm "Raving Iran" zeigt, mit welcher Vehemenz Kunst im Iran unterdrückt wird. Die Filmemacherin Susanne Meures hält diesen Moment und zahlreiche andere Situationen fest.
Sie filmt Raves im Untergrund. Sie ist dabei, als Anoosh an einer Party verhaftet wird. Sie begleitet die DJs bei deren vergeblichem Versuch, ihre CD an den Mann zu bringen. Und sie ist dabei, als Anoosh und Arash zum x-ten Mal beschliessen: "Wir müssen hier weg. Hier haben wir keine Zukunft."

Der Guardian mit der passenden Fassade für das inzwischen sehr Weiße Haus. Dazu passend die Vice mit einer erschreckenden Doku über voll bewaffnete Hardcore-Nazis und John Oliver, der den mittlerweile eindeutig als rechts geouteten Trump wieder mal mit links vorführt. Und ich bin gerade wieder mal sehr froh, nicht in den USofA zu leben.