Cooler Dude namens Martin Bühler, seines Zeichens Historiker, der diverse Proteste mit seinem Fahrrad besucht, um Polizeigewalt zu dokumentieren und sich dort zwischen Demonstranten und die Polizei zu stellen.
Als casual Passant "verkleidet" lief er auch in Hamburg lässig über die Straße und unterbrach die nun auf ihn wartende Polizei, um anderen die Chance zu geben, ganz abzuhauen oder sich zurück zu ziehen. Mit diesem kleinen Trick unterbindet er überall auf der Welt Gewalt und landete mit seiner Aktion beim G20 nun auch in der Presse (zumindest in Belgien - und in diesem tumblr). Guter Mann. Und verdammt fotogen.

http://queeranarchism.tumblr.com/post/162899252338/60-year-old-historian-martin-bühler-who


via

Eigentlich habe ich hier ja schon eine Sammlung mit den stärksten Protest-Schildern der G20-Demos. Das hier kriegt aber sogar seinen eigenen Post. Zu gut.

Wenn ihr euch über die Schanze so empört, dann sagt nicht Afghanistan sei sicher.

Passend dazu gab's ein Reuters-Interview mit Flüchtlingen aus Hamburg, die Statements zu den Krawallen in der Schanze abgeben haben. Sie können den Protest in der Form insgesamt nicht nachvollziehen - hatten aber auch nicht wirklich Panik, weil sie viel krassere Gefahrensituationen aus ihren Heimatländern gewohnt sind.

"If people did this in Egypt they would be shot," said Ibrahim Ali, a 29-year-old Egyptian who came here in 2011. "The state provides everything: housing, unemployment benefits and education. Yet those people are not happy. I don't get it."

[...]"This is nothing. I'm not scared," he said, sharing pictures with family members living in Turkey. "Bombs falling on your neighborhood, that's scary."

So viel zum Thema es gibt (k)einen Unterschied zwischen Links- und Rechtsextremismus.

So gehen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Protestlern eben auch. Denn man kann sich ja auch ohne Gewalt battlen (HipHop-Style). Zum Beispiel im ABI-Noten-Duell auf der Straße. Inklusive Kreide-Drop der Demonstrantin und einem kläglichen Rebattle-Versuch des Polizisten aus ihrer 1,7 eine 4,17 zu machen. Buh. Schwache Punchline, Herr Wachtmeister.
Aber hey, ist mir alles lieber als wenn sie sich gegenseitig die Köppe einhauen. Für die nächste Demo schlage ich übrigens vor, alle Kämpfe zwischen gewaltbereiten Cops und randalierenden Protestlern nur noch durch Rap-Battles entscheiden zu lassen. Ich mach' auch den Schiri.


Nicht nur die Berliner Party-Bullen, auch die Guerilla-Streetartists Rocco und seine Brüder sind aus Berlin zur Verstärkung nach Hamburg gereist. Allerdings um ihre Form von Protest auszuleben - und zwar einen, der neben den tollen Schildern der friedlichen Demos und den 1000 Gestalten mein Favorit in puncto Kreativität ist. Im Video zur Aktion laufen gleichzeitig Rage Against The Machine und der Dirty-Dancing-Soundtrack. Es muss also Kunst sein: In der S-Bahn hat das Künstler-Kollektiv eine Puppe in Polizei-Demo-Uniform an den Beichtstuhl gesetzt und ihn für seine Kollegen Buße tun lassen.

Und dort sitzt er in anscheinend weiser Voraussicht (denn die Aktion ist schon 3 Tage alt) auch nicht ohne Grund. Denn "Sünden" gab es ja nicht nur von den Krawall-Touris, sondern auch vom "Freund und Helfer" diesmal wieder genug:

THE LAST RIDE | Rocco and his brothers
via

Bisher haben die meisten von euch nur die Schattenseiten der G20-Demonstrationen in Hamburg gesehen. Damit ihr nun aber kein schlechtes und vor allem falsches Bild von meiner Stadt bekommt und sehen könnt, dass auch wir im Norden friedlich demonstrieren können, möchte ich euch auch mal die guten Seiten zeigen.

Da gibt's nämlich jede Menge Bilder von kreativen G20-Protesten zu sehen, die gleichzeitig stattgefunden haben, aber eben nicht so viel Aufmerksamkeit erzielen wie brennende Autos. Schade eigentlich, denn da sind einige gute Sachen bzw. Fotos und Videos von schönen Aktionen bei. Wir haben nicht nur 1000 Gestalten und den Edeka-Mann. Wir haben noch viel, viel, viel mehr zu bieten, Digga. Ahn ma' was hier alles los is'.

Und die wunderschöne Zusammenfassung der Schanzennews:

Eigentlich würde es perfekt passen. Denn gestern gab es neben einigen vermummten Hipsters, die sich u.a. in einem zerlegten Appe-Store darum stritten, wer welches iPhone mitnimmt auch viele gewaltgeile schaulustige Selfie-Jäger in Hamburg.
Für andere Menschen da draußen sieht dieses Bild aber eher nach den erweiterten Skills eines Photoshop-Phillipps aus. Auch wenn das eigentlich wenig Sinn ergibt und sich niemand zu 100% sicher ist. Laut Spiegel ist es aber echt echt. Whatever. Der Typ ist jedenfalls gerade auf dem besten Wege zum Meme zu werden. Auch bei reddit.

Update: Nach einer Störung in der ARD gestern wurde das Meme vom Riot-Hipster nun endgültig offiziell. ;o)

Eigentlich wussten ja alle hier, dass es keine gute Idee ist, den G20-Gipfel in Hamburg stattfinden zu lassen. Ich kenne jedenfalls keinen Hamburger, der jemals davon begeistert war.
Und schon nach dem ersten unangebracht aggressiven Auftritt der Polizei beim Camp in Entenwerder (und spätestens beim unnötigen Auffahren von Wasserwerfern bei der durchweg friedlichen #liebertanzichalsG20-Demo) war mir schon klar, dass sich die ganze Sache wieder hochspielen würde.
Bei der Welcome-to-Hell-Demo gestern, deren unkreativen und eher dummen Namen ich immer noch nicht verstehe, ist es dann soweit gewesen. Die vermummte Polizei forderte die vermummten Demonstranten auf, Gesicht zu zeigen - und fuhr deswegen gleich zu Beginn des Protestzugs eine Flotte aus Wasserwerfern zur angeblichen Deeskalation auf und schoss damit u.a. auf Menschen, die auf dem Rand von Häuserdächern saßen. Und von Pressefreiheit scheint sie auch nicht mehr viel zu halten. Fragwürdig, provokant und bedenklich.

Und wenn das der Plan der Polizei zur Deeskalation gewesen ist, frage ich mich ja, wie dann eigentlich der Plan zur Eskalation ausgesehen hätte. So ähnlich würde ich ihn mir jedenfalls vorstellen. Oder wie es der Postillon heute schrieb: Zur Deeskalation: Hamburger Polizei fährt Atomrakete auf.

Das Resultat davon, das jedoch auch so ganz und gar nicht damit zu rechtfertigen und fast noch bescheuerter ist, gab's dann in der Nacht bzw. am Morgen danach. Der schwarze Block randalierte durch die Straßen und zündete random irgendwelche Autos von Anwohnern an, die noch nicht mal nach Bonzenkarren aussehen.

Und neben der Tatsache, dass nun endgültig niemand mehr über die eigentlichen politischen Probleme redet, sondern nur noch über Krawalle, finde ich es traurig, dass wegen diesen Idioten nun wieder ALLE Demonstranten in einen Topf geworfen werden und für linksradikale Extremisten gehalten oder als linkes Pack bezeichnet werden. Die brennenden Bilder und Videos werden aber medial wohl leider alles überschatten. Tolles Eigentor, ihr Spacken. Auch wenn nicht nur ihr Scheiße gebaut habt.

Ganz Hamburg ist voll von unzähligen Protestanten und noch unzähligeren Polizei-Aufgeboten an jeder Ecke. Aktuell "deeskalieren" Wasserwerfer wieder eine Demo, die gefühlt noch nicht mal losgegangen war und eigentlich wird nur noch über Gewalt von irgendwem gesprochen als über politische Themen. Und so ungefähr sieht gerade jeder Tag in Hamburg aus. Den Humor verlieren die Menschen hier im Norden aber anscheinend trotzdem nicht. Oder zumindest einer nicht. Immerhin.

1


Wir sind nicht allein hier. Denn die Beginner und Samy Deluxe sind auch da und demonstrierten gestern inklusive Live-Gig gemeinsam mit ihrer Posse gegen den G20. Und dazu gab's eine schöne Acapella-Rede mit netten Punchlines gegen die unbeliebten Gäste, die Hamburg derzeit vereinnahmen und dutzende Millionen kosten.

„Ich will kein Stress, ich bin Pazifist, ich will nur, dass Donald Trump sich schnell aus unserer Stadt verpisst.“

 

liebes hamburg, liebe angereiste! wieder einmal habt ihr uns so stolz gemacht, dass ihr auf die strasse geht anstatt euch das alles gefallen zu lassen! und der rave war auch exzellent!! vielen dank an "lesen gegen atomstrom" und Samy Deluxe !! #nog20 #antig20 #notinourname #liebertanzichalsg20 #lesengegenatomstrom #basspredigt

Posted by Beginner on Donnerstag, 6. Juli 2017

1

Moin Moin. Es soll ja so einige Menschen geben, die sich die Mühe machen, für den G20 nach Hamburg zu kommen während viele Hamburger, die ich kenne (inklusive mir) gerade deswegen hier abhauen. Nun gut. Dann geb ich wenigstens ein kleines Hilfsmittel für alle zugereisten oder zugezogenen Demonstranten weiter, um zumindest die Sprachbarrieren schon mal abzubauen.
Wobei ich diesen Hamburger Slang ja eigentlich nur von meinem "Ich ruf gleich den Peterwagen!"-rufenden Nachbarn ahne. Ich sach trotzdem mal: Proost, Störtebeker!

1

Ich hoffe ja sehr, dass unter den vielen Demonstranten, die für den G20-Gipfel nach Hamburg reisen, auch viele dabei sein werden, die genau wissen, was sie tun - und vor allem wofür sie demonstrieren. Und zwar friedlich. Wobei das auch schwierig werden könnte bei dem aggressiven Verhalten, das die Polizei schon vorab an den Tag zu legen scheint .
Offenbar kommen aber nicht nur als Polizisten verkleidete Dödels hierher. Oliver und Manuel kommen nämlich auch. Und für sie wäre wohl das Komplett-Paket per Anarchoreise genau das Richtige. Ich bezweifel nämlich irgendwie, dass sie sonst überhaupt ankommen.


via & via

Spider-Man at a protest in Puerto Rico from pics


Er protestiert in Puerto Rico. Mit der Flagge in der einen Hand. Und dem Skateboard in der anderen. Wie man das halt so macht als Superheld, der gleichzeitig noch Student ist. Dabei hätte man ja vermutet, dass Spiderman eher ein Webaktivist ist, der nur im Netz abhängt.

via